CD der Woche

Punk Is Not Dead

Songs über nordamerikanische Waldmonster und Mantarochen – das liefert das britische Punk-Duo Slaves. Jetzt haben sie ihr Debütalbum „Are You Satisfied?“ veröffentlicht. Ein Werk, das gerade wegen der ungewöhnlichen Themen sehr viel Spaß macht.
Können auch erstaunlich zivilisiert: Das Duo Slaves aus dem englischen Tunbridge Wells.
Können auch erstaunlich zivilisiert: Das Duo Slaves aus dem englischen Tunbridge Wells.

Slaves – das sind der 21 jährige Laurie Vincent (Vocals/Gitarre) und der 23 jährige Issac Holman (Vocals/Drums) aus Kent in Großbritannien. Gegründet haben sie sich 2012. Schon vorher hatten die Beiden zusammen in der Band Bareface gespielt. Allerdings wuchs in ihnen der Wunsch, etwas härtere Musik zu machen und so entschieden sie sich, einfach ihr eigenes Projekt zu starten. Ihre erste EP „Sugar Coated Bitter Truth“ veröffentlichte das Duo 2012, zwei Jahre später kam dann auch ihre erste Single „Where´s Your Car, Debbie?“ auf dem Markt. Dieser Song handelt davon, das Auto ihrer Freundin Debbie zu finden, bevor sie von Sasquatch, einem übergroßem Fabelwesen aus dem nordamerikanischen Gebirge, angegriffen werden.

 

Von der BBC wurde das Duo für die BBC Sound of 2015 Liste nominiert. Und mit dieser Prophezeiung könnte die BBC durchaus recht behalten, spielen die Slaves doch dieses Jahr auf den größten Festivals Großbritanniens, auch bei Rock am Ring und Rock im Park waren die Beiden am Start. Am 1.6.2015 erschien dann ihr Debütalbum „Are You Satisfied?“.

Unbeschwerter Punk-Rock

Auf der BBC Sound of 2015 wird der Sound der Slaves als eine Mischung aus Royal Blood, einem Garage/Blues-Rock-Duo aus Brighton, und Sleaford Mods, einem Post-Punk/Hip-Hop-Duo aus Nottingham, beschrieben.
Allerdings sind die Texte der Slaves, anders als bei den Sleaford Mods, weniger von Wut geprägt. Laurie und Isaac sagen, ihre Songs seien fröhlich und unbeschwert, die erst durch die Performance aggressiv erscheinen. Ihre Inspirationen für Songs finden sie quasi überall – in Büchern, Filmen, Gesprächen – kurz gesagt: im alltäglichen Leben. So widmen sie beispielsweise den Song „Cheer Up London“ den gestressten und größtenteils verdrießlich dreinschauenden Großstädtern in der Londoner U-Bahn.

Cheer up London. It´s not that bad. Cheer up London. You´re already dead and it´s not that bad.

Ebenso wie die britische Band Royal Blood bestehen die Slaves nur aus einem Drummer und einem Gitarristen, allerdings ist die Besonderheit, dass Isaac im Stehen auf seine Drums einschlägt. Von seiner Energie lebt der Sound des Duos. So beginnt "Are You Satisfied?" schon direkt mit den zwei stärksten Songs "The Hunter" und "Cheer Up London", in dem genau dieses Temperament deutlich wird. So bieten sie einen sehr guten Einstieg und machen Lust auf mehr. Es gibt aber durchaus auch Songs, die ein wenig aus der Reihe fallen. So zum Beispiel „Are you Satisfied?“, der Song, der dem Album seinen Titel gibt. Verglichen mit dem üblichen Slaves-Sound könnte man dieses Lied schon fast als Ballade bezeichnen, kommt es doch komplett ohne Isaacs treibende Drums aus. Und auch das abschließende „Sugar Coated Bitter Truth“ ist vergleichsweise langsam und bildet quasi als Rausschmeißer einen guten Abschluss.

 

Fazit

Anders als andere Punkbands, wie zum Beispiel den Sex Pistols, geht es den Slaves nicht um ein politisches Statement. Ihre Musik soll Spaß machen. Und abgesehen von einigen schwächeren Songs gelingt das auf ihrem Debüt schon sehr gut. Und so lässt sich dieses Album gut in folgendem Zitat aus dem Opener „The Hunter“ zusammenfassen:

It´s useless, it´s pointless, but it´s all so very fun.

 

 

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Claire Schulte-Wieschen
23.06.2015 - 19:13
  Kultur

Slaves: Are You Satisfied?

Tracklist:
  1. The Hunter*
  2. Cheer Up London*
  3. Sockets
  4. Despair And Traffic
  5. Do Something
  6. Are You Satisfied?
  7. Wow!!!7AM
  8. Hey
  9. Live Like An Animal
  10. Ninety Nine
  11. She Wants Me Now
  12. Feed The Mantaray*
  13. Sugar Coated Bitter Truth

*Anspieltipps

Erscheinungsdatum: 01.06.2015
Virgin EMI