Rocker-Prozess

Prozess gegen Hells Angels hat begonnen

Im Juni 2016 trafen die Rockerclubs Hells Angels und United Tribuns aufeinander und es kam zu einer Schießerei. Ein Jahr später beginnt jetzt der Prozess gegen vier Mitglieder der Hells Angels, der jedoch kurz nach Verhandlungsbeginn vertagt wurde.
Vor dem Landgericht scheiterte der Widerspruch von No Legida gegen eine einstweilige Verfügung.
Am 17. Juli beginnt am Landgericht Sachsen die Verhandlung gegen vier Hells-Angels-Mitglieder.

Am 25. Juni vergangenen Jahres kam es in der Eisenbahnstraße zu einer Schießerei. Ausgelöst wurde diese durch die Rockerclubs "Hells Angels" und "United Tribuns". Zwischen den beiden Rockerclubs soll es schon seit Längerem einige Spannungen gegeben haben. 16 Mitglieder der Hells-Angels-Vereinigung sollen aus Rache eine Auseinandersetzung mit Mitgliedern der "United Tribuns" gesucht haben. Dabei sind Schüsse gefallen und ein United-Tribuns-Mitglied wurde erschossen. Zwei weitere wurden schwer verletzt.

Prozessvorbereitungen

Ein Jahr später begann nun die Hauptverhandlung am Landgericht in Leipzig. Insgesamt stehen vier Mitglieder der "Hells Angels" vor Gericht - der Schütze und drei weitere Mittäter. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen, das heißt der Schütze und die Mittäter, die auf Opfer eingeschlagen haben, tragen die gleiche Schuld. Im Falle einer Verurteilung würden die Angeklagten zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt werden, so der Pressesprecher des Landgerichts Volker Sander. Zwischen Tat und Verhandlungsbeginn ist mittlerweile ein Jahr vergangen. Recht zügig, meint Volker Sander, da Ermittlungs- und Vorbereitungszeitraum des Prozesses sehr kurz gewesen sein sollen.

Die Kammer hat nach Eingang der Anklageschrift den Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben und über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden. Die Staatsanwaltschaft hat umfangreiche Beweismittel benannt, insgesamt über 60 Zeugen und zehn Sachverständige, es wurden 36 Hauptverhandlungstermine zunächst bestimmt bis Januar 2018.

Volker Sander, Pressesprecher Landgericht Leipzig

Bisher haben sich die Angeklagten noch nicht geäußert, was zur Folge hat, dass noch genau geklärt werden muss, wer was gemacht hat. Damit wird auch die umfangreiche Vorbereitung gerechtfertigt. Außerdem müssen verschärfte Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen werden, da ein großes öffentliches Interesse besteht und die Staatsanwaltschaft ein Konfliktpotential beider Rocker-Gruppen festgestellt hat.

Verhandlung vertagt

Die voraussichtliche Urteilsverkündung könnte sich jedoch verschieben, da bereits zum Auftakt der Verhandlung der Prozess vertagt wurde. Grund sei laut dem MDR, eine Besetzungsrüge gegen die Schöffen sowie ein Befangenheitsantrag gegen eine Gutachterin, die von den Verteidigern der Angeklagten eingereicht wurde. Diese Anträge können jedoch erst am nächsten Prozesstag Anfang August beschlossen werden. Erst danach kann die Anklagevorlesung fortgesetzt werden.

mephisto 97.6 Redakteur Linus Zosel mit weiteren Informationen zum Prozess gegen die Hells-Angels-Mitglieder:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Linus Benedikt Zosel.
 
 

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