Hochschulpolitik

Postkarten gegen die Sparpläne

Weniger Geld für Bildung, dieser Plan stößt natürlich auf Protest. Auch kurz vor der Landtagswahl stellen sich die Studierenden weiter gegen das Sparprogramm der sächsischen Landesregierung. Doch welche Alternativen schlagen sie vor?
Adelheid Noack vom KSS (rechts) war bei mephisto97.6 und ist hier mit Moderatorin Sara-Lena Niebaum im Studio.

Die Pläne für die neue Hochschulpolitik sind seit Langem bekannt. Bis 2020 sollen an sächsischen Universitäten mehr als 1000 Stellen gestrichen werden. In Leipzig werden momentan 24 Stellen gekürzt, zum Beispiel bei den Pharmazeuten, den Theaterwissenschaftlern und in der Archäologie. Demnächst könnte es auch die Wirtschaftswissenschaftler treffen.

Hochschulverbünde als Lösung?

Die Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer verteidigt die Kürzungen: Alle Bereiche der öffentlichen Verwaltung müssten ihren Beitrag dazu leisten, auch Polizisten und Richter. Außerdem flössen sowieso schon ein Drittel des sächsischen Haushaltes in Bildung und Forschung. Um das breite Fächerangebot in Sachsen trotzdem zu erhalten, hat von Schorlemer hochschulübergreifende Verbünde vorgeschlagen. Kleinere Institute könnten in Leipzig schließen und stattdessen in Halle oder Jena bleiben.

Postkarten mit Wahlaufruf

Die Leipziger Studierenden hingegen wollen all ihre Institute erhalten und den Stellenabbau stoppen. Auch die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) setzt sich dafür ein, dass das Sparprogramm zurückgenommen wird. Zur Landtagswahl am 31. August 2014 hat sie deshalb bereits eine Postkartenaktion gestartet, um die Wahlbeteiligung unter den Studierenden zu erhöhen. Auf den Karten sind die Positionen der Parteien zur Bildungspolitik zusammengefasst. Die Linke, SPD, Bündnis 90/Grüne, Piraten und die Freien Wähler wollen den Kürzungsplan zurücknehmen und sprechen sich gegen ihn aus.

Alternativen zum Sparprogramm

Die KSS-Sprecherin Adelheid Noack, spricht über Alternativen zum Sparprogramm und darüber wie die Aktion der Wahlpostkarten gelingen kann. Eine Möglichkeit, die Sparsummen auszugleichen, könnten so zum Beispiel die frei gewordenen BAföG-mittel sein. Ab nächstem Jahr übernimmt der Bund den Anteil der Länder und in Sachsen soll das Studierenden-BAfög, etwa 56 Millionen pro Jahr, den Hochschulen zu Gute kommen.

Adelheid Noack über die Sparpläne der sächsischen Landesregierung
Adelheid Noack über die Sparpläne der sächsischen Landesregierung

 

 

 

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Mehr Informationen zur KSS und der Postkartenaktion gibt es hier.