OBM-Wahl 2020

Porträt: Marcus Viefeld, FDP

Marcus Viefeld kommt an einem Donnerstag in die Redaktion. Obwohl er mit dem Rad kommt, scheint er nicht aus der Puste und will sofort loslegen. Im Gespräch kommt er schnell zu einem seiner Kernthemen, der Digitalisierung.
Marcus Viefeld
Marcus Viefeld möchte Oberbürgermeister Leipzigs werden.

Der Beitrag zum Nachhören:

Marcus Viefeld im Porträt von Nina Abrahams
2801 Porträt Viefeld

Digitaler Fortschritt als Fokus

 Das einzige, was man momentan digital in der Stadt machen kann, ist eine Terminreservierung beim Beamten, und das ist mir zu wenig. Immerhin, aber zu wenig.

Marcus Viefeld

Diese Einstellung verdankt er auch seinem Beruf, denn seit 2010 arbeitet er als freiberuflicher Webentwickler. Durch sein Interesse für Internetthemen kam er auch zur Politik: in einer Online-Community engagierte er sich in virtuellen Parteien und führte erste politische Debatten. Dann folgte politische Arbeit bei den Jungen Liberalen und Kreisvorsitze. Zuletzt kandidierte er für den Bundestag.

In der FDP sei das dann eine eher klassische Karriere gewesen, sagt Marcus Viefeld. Ohne den Anstoß über die Online-Community hätte es ihn aber wahrscheinlich nicht direkt in die Politik gezogen.

Politik und Kinderstube

Die letzten zwei Jahre ließ Viefeld seine politischen Ämter ruhen, denn 2017 wurde er Vater und kümmerte sich um seine Tochter, arbeitete von zu Hause. Dann fragte ihn seine Partei an. Ob er sich vorstellen könne, diese Pause zu beenden?

Das Thema Oberbürgermeisterwahl hat mich dann gejuckt, weil ich festgestellt habe, dass die Stadt Leipzig wirklich eine tolle Entwicklung gemacht hat – gleichzeitig gibt es viele Themen, die noch regelrecht auf der Straße liegen.

Marcus Viefeld

Fällt ihm etwas auf, spricht er darüber gerne in den Sozialen Netzwerken. Auf Facebook gibt sich Viefeld bürgernah und postet Videos, wie er mit dem Fahrrad Wahlkampfposter transportiert. Er schätzt an Leipzig, dass die Wege trotz der Größe der Stadt kurz sind.

Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs, und da bist du gefühlt in 5 Minuten im Auwald. Das ist eine Form von Lebensqualität, die du nicht in jeder deutschen Stadt findest.

Marcus Viefeld

Investitionen als Chance

Wichtig ist für Viefeld besonders das anhaltende Wachstum Leipzigs. Er wünscht sich einen Mentalitätswechsel und will, dass im Hinblick auf die Infrastruktur und den Wohnungsmarkt vor allem mehr investiert wird. Wenn man jetzt Geld in Schulen, Kitas und Straßenbahnen stecke, helfe das der Stadt auch in 5 oder 10 Jahren noch. Gegen steigende Mieten mit Instrumenten wie beispielswiese einer Milieuschutzsatzung vorzugehen, lehnt Viefeld jedoch ab. Das erschwere Sanierungen und sei ihm zu bürokratisch.

Der Ansatz schlechthin ist Bauen, Bauen, und nochmals Bauen. Dann gibt es logischerweise auch einen Effekt auf den Mietpreis.

Marcus Viefeld

Als Bürgermeister würde er sich lieber dafür einsetzen, dass Flächen wie der Bayrische Bahnhof bebaut werden. Die tolle Mischung, die Leipzig aktuell so attraktiv mache, gelte es zu erhalten.

 

Kommentieren

Nina Abrahams
31.01.2020 - 18:19