OBM-Wahl 2020

Porträt: Katharina Subat, Die PARTEI

Katharina Subat tritt bei der OBM-Wahl am 02.02.2020 für die Satirepartei Die PARTEI an. Die studierte Sprechwissenschaftlerin will „Leipzig raus aus Sachsen!“ führen und für mehr Humor im Rathaus sorgen.
Im Porträt: OBM-Anwärterin Katharina Subat (Die PARTEI)
Im Porträt: OBM-Anwärterin Katharina Subat (Die PARTEI)

Das Porträt zum Nachhören:

Katharina Subat im Portrait von Philipp Möller
BmE Porträt Katharina Subat Die Partei

In der Demmeringstraße im Stadtteil Lindenau hat die Satirepartei Die PARTEI in einem unsanierten Altbau ihr improvisiertes Büro. Die OBM-Anwärterin Katharina Subat stellt sich bereitwillig allen Fragen, doch zuerst muss der Holzofen angeheizt und Kaffee gekocht werden. Es wird sich gleich von Beginn an geduzt. 1988 in Ost-Berlin geboren, lebt und studiert sie seit zehn Jahren in Leipzig und Halle.

Leipzig hat für mich als Stadt vieles was es lebbar macht. Man merkt hier den Drive, viele Leute die aktiv sind, die was machen wollen und das alles noch in einer relativ humanen Situation. Obwohl wir natürlich auch aufpassen müssen, dass es uns nicht genauso ergeht wie in Berlin, dass wir gentrifiziert werden und keinen Wohnraum mehr haben der sozial verwaltet wird.

Katharina Subat, Die PARTEI

Subat hat einen dreijährigen Sohn, ein abgeschlossenes Studium, geht arbeiten, singt in ihrer Freizeit als Sopran im Singeklub Arbeiterlieder und ist nach eigener Einschätzung stark politisiert. Für ihre Standpunkte setzt sie sich ein, hat auch schon selbst Demonstrationen organisiert, allerdings immer unter dem Aspekt der friedlichen Kommunikation miteinander.

Mit Humor durch's Leben und in die Politik

Die zunehmend extremen Meinungen gingen nicht mehr sorglos an Subat vorbei. Sie wollte sich stark machen und kam schließlich über ihren Freundeskreis zur PARTEI, die immer wieder durch humorvolle Aktionen und Forderungen für Aufsehen sorgt und ihrer Ansicht nach keine festgefahrenen Strukturen und verstaubte Hierarchien hat.

Ich finde Die PARTEI hat manchmal den Mumm und den Mut Sachen die unangenehm sind anzusprechen. Sie machen Plakate um einfach mal den Finger in die Wunde zu drücken, wie es sich andere etablierte Parteien nicht trauen, weil sie immer davon ausgehen, dass es wichtig ist, dass sie seriös sind.

Katharina Subat, Die PARTEI

Subat ist überzeugt, dass ein Lächeln im Gesicht die richtige Antwort auf den spürbaren Hass in der Gesellschaft ist.

Große Pläne für Leipzig

Als Kernziel steht bei der PARTEI der sogenannte „Lexit“ auf der Agenda. „Leipzig raus aus Sachsen!“ führen, zu einem eigenen Bundesland und somit unabhängiger von der Landeshauptstadt Dresden machen. Dazu soll auch eine Mauer als Abgrenzung errichtet werden. Dem Lexit sollen dann die Wiedereinführung der Ost-Mark folgen, sowie der Bau eines Hochseehafens. Auch Jogginghosenpflicht und Shishas im Rathaus wären geplante Maßnahmen. Dabei soll alles was dort beschlossen wird, wie zum Beispiel die Verwendung von Steuergeldern, öffentlich gemacht werden.

Zuversicht auf den Wahlsieg bei der OBM-Wahl

Ihre Chancen auf einen Wahlsieg schätzt Katharina „Käthe“ Subat nicht ohne ein Lachen als sehr hoch ein, trotz dass sie bei der letztjährigen Stadtratswahl noch nicht den großen Sprung geschafft hat. Dennoch ist Die PARTEI mit zwei Sitzen bereits im Stadtrat vertreten.

Obwohl ich nicht reingekommen bin war es für mich sehr, sehr erfolgreich. Und ich habe auch große Lust das in 4,5 Jahren zur nächsten Stadtratswahl wieder zu machen und denke, man kann auch jede Wahl nutzen um uns als Partei weiter bekannt zu machen.

Katharina Subat, Die PARTEI

Unabhängig vom Ausgang der Wahl ist für den Abend des 02.02.2020 bereits eine Wahlsiegesfeier – natürlich mit Freisekt – organisiert. Denn Gemeinschaft wird in der PARTEI großgeschrieben und gerne darauf angestoßen.

Klamauk und trotzdem klare Positionierung

Die PARTEI positioniert sich auf der linken Seite. Der erklärte Gegner ist die AfD, der immer wieder rhetorische Seitenhiebe verpasst werden. Auf Demonstrationen geht Subat dennoch nur ungern wenn abzusehen ist, dass Fronten aufeinanderprallen. Sie setzt indessen stets auf eine friedliche Kommunikation. Auch angesprochen auf die Ereignisse der Silvesternacht am Connewitzer Kreuz wird sie ernst und setzt auf eine Verständigung untereinander.

Wir waren natürlich erstmal schockiert darüber, dass dort so extrem Gewaltausbrüche waren und traurig. Gewalt ist nichts was ich unterstützen möchte und würde. Da gruppieren sich Gruppen, die sich klar auf der linken Seite aussprechen und andererseits Polizisten, die in die andere Richtung abdriften und ich glaube die Art und Weise wie das dort gemacht wurde war nicht deeskalierend, sondern eskalierend.

Katharina Subat, Die PARTEI

Katharina Subat zieht brisante Themen wie die Gewalt in der Silvesternacht, die Schließung des Kulturzentrums So&So oder die hohen AfD-Quoten nicht gnadenlos ins Lächerliche. Vielmehr geht sie diese mit Humor an, um dem grauen politischen Alltag etwas Farbe zu verleihen. Und vor allem will sie damit den etablierten Parteien zeigen, dass es möglich ist, der AfD einen Gegenwind zu geben.

 

 

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Philipp Möller
01.02.2020 - 17:37