Badewannenrennen 2014

„Wie im Ferienlager“

Eine Neptuntaufe für Erwachsene, das klingt nach einer Schnapsidee. War es auch: und zwar von Falk Elstermann (Geschäftsführer der naTo Leipzig) und Kollegen. Die Idee entstand vor 22 Jahren, mittlerweile ist das Badewannenrennen ein Großereignis.
Badewanne

5, 4, 3, 2, 1 … looos.

Die Unverbesserlichen, das Affentheater und Greenpeace rudern was das Zeug hält. Die Disziplin lautet: Hindernislauf. Immer zwei oder drei Boote sind aneinandergeknotet und treten gegen eine andere Mannschaft an. Hinten dran hängt noch eine kleine Plattform auf der ein oder zwei Zuschauer sitzen. Die machen das Manövrieren natürlich schwieriger, können aber zu zusätzlichen Punkten verhelfen. Sie sind nämlich mit einem Ring ausgestatten, den sie in der Mitte des Sees in ein eingezäuntes Feld werfen müssen. Jeder Treffer beschert dem Kultur- und Kommunikationszentrum naTo zusätzliche 100 Euro Spende von den Sponsoren für eine barrierefreie Toilette. Inklusion ist nämlich das Motto des diesjährigen Badewannenrennens. Deshalb wird nicht nur für eine barrierefreie Toilette gespendet, es gibt auch eine paralympische Zeremonie, bei der lokale Sportler mit einer Behinderung die paralympische Fackel tragen.

Das Spektakel in wenigen Worten erkärt

Ort des Geschehens ist der See der Tränen am Völkerschlachtdenkmal. Jeder kann sich anmelden und jedes Gefährt ist erlaubt. Es muss einer Badewanne nicht einmal ähnlich sehen. Hauptsache es schwimmt, ist muskelbetrieben und verschmutzt das Wasser nicht mit Öl oder Lack. 14 Boote sind gestern angetreten und haben um den Sieg gekämpft. Aber es geht nicht nur um das Rennen, auch der Markt mit Kunsthandwerk, leckerem Essen und Kinderbespaßung lockt Besucher an. Karussel, Hüpfburg und geschminkt werden für die Kleinen, Bier, Bratwurst oder veganes Bärlauch-Schnitzel unterhält die Großen in den Pausen.

Die Sonne knallt, das Hirn schmilzt ein bisschen

Moderiert wird das Rennen seit vier Jahren von Armin Zarbock und Larsen Sechert. Sie sind die Nachfolger von Paul Fröhlich, der eine Leipziger Moderatorenlegende war und bei einem Unfall verstarb. Die beiden geben sich alle Mühe die Menge zu unterhalten, auch wenn sie es nicht verhindern können, dass einige Besucher vor der knallenden Sonne fliehen. Davon haben die beiden vielleicht auch ein bisschen zu viel abgekriegt, anders lassen sich einige der Kommentare nämlich nicht erklären. „Das Boot von amnesty sieht aus wie eines der vielen afrikanischen Flüchtlingsboote, die zurzeit reihenweise kentern. Hoffen wir, dass es dem amnesty-Boot nicht auch so ergeht“. Kurz darauf versucht Sechert das Publikum mit einer ausgedachten Geschichte zu einer der Zuschauerinnen zu amüsieren: Sie sei aus der Ukraine und hier nur im Urlaub. Sie habe auch schon Angst vor der Rückkehr. Glücklichweise erwikt diese Sorte Humor nur sehr vereinzelt Lacher.

 

Ein Beitrag von Paula Zöhl über das Badewannenrennen am Vökerschlachtdenkmal.
 
 

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Paula Zöhl
21.07.2014 - 13:51
  Sport