Stadt teilen: Großzschocher

Platte war gestern!

Großzschocher im Leipziger Südwesten ist zugegebener Maßen nicht einer der hippen oder angesagten Kieze von Leipzig. Doch immer mehr Leipziger entscheiden sich ihre geliebte Schrankwand in eiche-rustikal genau hier aufzubauen.
Mühle in Großzschocher
Mühle Großzschocher

Wen es für längere Zeit nach Großzschocher zieht, um dort vielleicht auch noch andere Möbel hinzustellen, muss natürlich wissen, wo man das am besten macht.

Christoph Becker und Yannick Stelter berichten über die alte Mühle von Großzschocher:

Ein Beitrag von den Redakeuren Christoph Becker und Yannick Stelter
Alte Mühle Großzschocher

Mehr als 800 Jahre alt

Es geht um die alte Mühle in Großzschocher. Sie steht unweit der Apostelkirche mitten in Großzschocher. Doch viele wissen nicht um ihre abwechslungsreiche Geschichte. Dabei beginnt diese früh. Wie Ortschronist Werner Franke erzählt, wurde die Mühle an dieser Stelle erstmals im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt. In den nächsten Jahrhunderten wechselte sie mehrmals den Besitzer, war aber stets Eigentum einer Gutswirtschaft im Ort. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges sind die Mühle und umliegende Teile des Ortes Opfer eines Bombenangriffs geworden. Zu DDR-Zeiten wurde die Mühle Teil der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, LPG. Nach 1990 war die Zukunft aber höchst ungewiss, weiß Werner Franke:

Nach der Wende brach alles zusammen, die Mühle rottete vor sich hin. Zwanzig Jahre tat sich nichts, es zerfiel immer mehr.

Ortschronist und Hobbyhistoriker, Werner Franke

Doch schließlich kaufte die "HANSA Real Estate" das Gelände 2013 auf. Das Unternehmen plante die Mühle neu zu beleben. Es entstand eine moderne Wohnanlage, die auch Mieter aus anderen Stadtteilen, wie der Südvorstadt oder Plagwitz, anzieht. Auf dem Gelände sind nunmehr drei Bauten übrig geblieben: Das Kontorhaus, der alte Speicher und die alte Mühle.

Neubau in alter Hülle

In den alten Hüllen entstanden Neubauten. Die meisten Wohnungen verfügen über geräumige Zimmer, große Terrassen und Balkone. Im Dachgeschoss verfügen einige Räume über ein Glasdach. Großer Wert wurde auch auf die Barrierefreiheit gelegt. So sind sämtliche Etagen über einen Aufzug zu erreichen. Schwierig gestaltete sich der Denkmalschutz. Im Inneren der Häuser und auf dem Hof sind noch zahlreiche Zeugnisse der Geschichte, wie etwa alte Maschinenteile, sichtbar. Von außen lässt sich schwer erkennen, dass hier einst Korn zu Mehl wurde. Zumindest für die Bewohner scheint Modernes und Historisches perfekt zu passen. Vielleicht ist es aber auch nur die Nähe zum Cospudener See.

 

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Christoph Becker
05.08.2015 - 12:07