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Plastik Müll - Nein Danke!

Über 250 Kilogram Müll produziert der durchschnittliche Deutsche im Jahr - zu viel! Das dachte sich auch Stefan Heller und hat aus dem Ökoproblem eine Geschäftsidee entwickelt. Mit unverpackt steht er seit Januar 2016 für Nachhaltigkeit in Leipzig.
Ein Blick in den Unverpackt- Laden in Schleußig

Beim Eintreten in Stefan Hellers Laden empfängt uns eine sehr gemütliche und heimische Stimmung. Das Gefühl, keine Zeit zu haben und von den Werbejingles gehetzt durch den Supermarkt getrieben zu werden, ist hier nicht zu finden. 

Zum Einen weil der Laden sehr überschaubar ist, sodass man nicht wie üblich Stunden mit Suchen eines Artikels verbringt und zum Anderen durch das bewusste Einkaufen und Abfüllen der Lebensmittel. Die kleinen Gefäße und die Behälter mit den verschiedensten Lebensmitteln machen Lust, den Laden spielerisch zu entdecken. Auch eine Waage wird zum Einkaufen benötigt.

 

 

Die Intention des Besitzers sei es, Verpackungsmüll, der einen überall begleite, so gut es gehe einzusparen. Denn heute finde man den ja fast überall. Wer kennt nicht die berühmt berüchtigten Dreifachverpackungen? Ob bei Lebensmitteln, Technik oder Kleidung - überall könnte an Verpackungsmaterialien gespart werden. Stefan Hellers Konzept bringt also endlich Fortschritt im Hinblick auf Mülleinsparung.

Wie funktioniert das? 

Leergewicht deiner Gefäße bestimmen, Produkte abfüllen und auf geht's: Über 300 Produkte kann man hier erwerben. Dazu zählen Mehlsorten, Nüsse, Öle, Reinigungsmittel, frisches Obst, Gemüse und vieles mehr. Durch die im Laden erworbenen oder mitgebrachten Behälter wird beim Einkauf komplett auf Plastikverpackungen verzichtet. Die Waage erfasst das Gewicht vor und nach der Befüllung  der Gefäße und errechnet den Preis. Durch dieses System ist es möglich, nur den tatsächlichen Bedarf an Produkten zu kaufen und nicht, wie in anderen Supermärkten üblich, für etwas zu zahlen, das nicht benötigt wird. Die Preise sind hierbei vergleichbar mit denen aus einem Bioladen und somit für jeden erschwinglich, der bewusst etwas für die Umwelt tun möchte.  

 

Gemütlich auf der Kö

Echt unverpackt findet man in Schleußig. Hier leben, laut Heller, sehr viele junge Familien, die sehr auf gesunde und biologische Lebensweise und Ernährung achten würden. Auch Kunden aus Lindenau oder Plagwitz finde man hier. Beim Alter der Kunden gäbe es keine Beschränkungen, da das System sehr leicht verständlich und einfach handzuhaben sei.

Hygiene

Das Prinzip ist von der Lagerfähigkeit so angedacht, dass man relativ schnell durchlaufende Posten hat, die nicht ewig in den Ständern verweilen, so kann ich die Qualität der Produkte garantieren.

Stefan Heller, Betreiber von unverpackt 

Nicht alle Produkte verkaufe er in gleichen Zeitabständen, was dazu führe, dass die Behälter vor jeder Neubefüllung  saubergemacht werden. Der Rest des Ladens werde nach Reinigungsplänen sauber gehalten. Zusätzlichen Schutz biete die Zusammenarbeit mit einem Schädlingsbekämpfer, wodurch verschiedenste Insektenfallen, die im Laden drapiert sind, vor Befällen warnen. 

 

 

Erfahrung

Vor seiner Ladeneröffnung hat Stefan Heller durch seine Erfahrung als Einkäufer eines Lebensmittelbetriebs und der Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt, Kenntnisse gesammelt, die heute sehr nützlich sind. Die Lieferantenauswahl, so sagt er, sei sehr begrenzt, da es nicht viele Großhändler gibt, die in der Branche spezialisiert wären. Die Branche befinde sich noch im Ausbau. Seine Produkte bezieht er aus einem Naturkost- Großhandel. Er legt dabei sehr viel Wert auf Regionalität, was vor allem im Bereich der Frischprodukte wie z.B.Quark, Joghurt, Milch, Obst oder Gemüse möglich sei.

Auch eine Kundin ist begeistert von seinem Konzept und betont, dass es schön sei, mit weniger Plastik zu leben.

 Mein Plastikkonsum hat sich ganz schön vermindert, seit ich hier einkaufe

Julia, Einkäuferin bei unverpackt

Für sie gäbe es von anderen Bioläden, in denen sie den anderen Großteil ihrer täglichen Lebensmittel einkaufe, keine große Preisdifferenz zum Unverpackt Laden. 

Bleibt zu hoffen, dass sich Hellers Konzept auch weiter durchsetzt. Getreu dem Motto: Weniger Plastik, mehr Genuss! 

 

 

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Pia Fuhst
09.05.2016 - 13:25
  Wissen