Plastikmüll

Plastic Attack in Leipzig

Letztes Jahr haben die Deutschen pro Kopf durchschnittlich 37 Kilogramm Plastikmüll produziert, und das allein aus Verpackungen. Die BUND-Jugend hat in Leipzig zu einer Plastic Attack eingeladen und gezeigt, dass es auch anders geht.
Mit zwei Einkaufswagen und selbstgestalteten Plakaten machte die BUND-Jugend vor dem Supermarkt auf sich aufmerksam.

Der Beitrag zum Nachhören:

Der Beitrag von Leivn Schwarzkopf über die Plastic Attack
Der Beitrag von Levin Schwarzkopf über die Plastic Attack

Kaum ist man aus dem Supermarkt zurück, schon quillt der Mülleimer mit Plastik über. Die meisten kennen dieses Problem und wissen, dass das irgendwie schlecht ist. Trotzdem kamen auch am Montag, den 02.07.2018, viele Menschen mit Einkaufstaschen voller Plastikverpackungen aus dem REWE-Markt in der Tarotstraße.

Attacke!

Und genau dort startete die Plastic Attack der Leipziger BUND-Jugend (Jugendorganisation des Bunds für Umwelt- und Naturschutz). Kurz vor 16 Uhr ging's los. Mit dabei: Eine Staffelei, ein großes Plakat, Flyer und zwei Einkaufswagen.

Wir hoffen, die Verbraucherinnen, die Verbraucher und die Supermärkte zum Nachdenken zu bewegen, wie man die Plastikflut stoppen kann, oder zumindest zu verringern – durch das eigene Handeln.

Miene Gastinger, Sprecherin der BUND-Jugend Leipzig

Aber wie läuft eine Plastic Attack eigentlich ab? Erst kauft man ein, dann packt man aus. Bei der Aktion werden Einkäufe vor Ort in Dosen, Gläser und Flaschen gefüllt. Gemüse und Obst wird einfach ohne Verpackung mitgenommen. Das Plastik landet gesammelt in einem Einkaufskorb. Nach Informationen der Verbraucherzentrale Sachsen sind Supermärkte in den meisten Fällen nicht verpflichtet, die Verpackungen zurückzunehmen. Trotzdem können die Plastik-Verpackungen in ganz normalen Mülleimern im oder beim Markt entsorgt werden.

Es geht auch ohne Plastik: Lebensmittel in Dosen oder lose.

REWE kooperiert, will aber keine Berichterstattung

Die BUND-Jugend hatte REWE nicht ohne Grund für die Aktion ausgewählt.

Wir hatten ein gutes Gefühl, dass hier eine Kooperation stattfinden kann, was dann hier schließlich mit der Filialleiterin auch gelungen ist.

Miene Gastinger

Die Marktleitung unterstützte zwar nach eigener Aussage die Aktion, wollte sich aber nicht dazu äußern. Es hieß, man wolle keine Presse und keine Fotos auf dem Gelände. Auch zwei Polizisten waren vor Ort und nahmen Personalien auf – um sicher zu gehen, wie sie sagten.

Breite Zustimmung für die Aktion

Im Gegensatz zur Marktleitung wirken viele Passantinnen und Passanten geradezu gleichgültig. Trotzdem äußerten sich alle Angesprochenen gegen die in ihren Augen unnötigen Plastikverpackungen. Eine Kundin betonte, sie bemühe sich schon seit Jahren, ensprechend zu wirtschaften. Außerdem versuche sie, Freunde und Bekannte zu beeinflussen und unterstüzte deshalb die Aktion. Andere sahen die Möglichkeiten der Verbraucherinnen und Verbraucher eher begrenzt:

Heutzutage ist es vor allem beim Einkaufen gar nicht so einfach, Plastikverpackungen zu vermeiden. Man muss einfach darauf achten, nicht allzu viel unnötiges Zeug zu kaufen.

Kundin

Eine künstlerische Warnung vor zu viel Plastikmüll in den Weltmeeren.

Gegen Ende der Aktion klebten die Mitglieder der BUND-Jugend den Plastikmüll auf einen gemalten Wal. Seine lebenden Verwandten sind die wirklichen Leidtragenden des enormen Plastikverbrauchs. Rund 80 Prozent des Mülls in den Weltmeeren bestehen nach Schätzungen der EU-Kommission aus Plastik. Die neuesten Pläne der Kommission sehen zwar vor, dass bis 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sind. Aber bis dahin bleibt das Thema in der Verantwortung der Supermärkte sowie der Aktivistinnen und Aktivisten.

 

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Levin Schwarzkopf
16.07.2018 - 11:32
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