Hochschulpolitik

Proteste – Klappe, die Nächste

Mischen die Leipziger Professoren jetzt mit bei der Landestagswahl? Hochschullehrende unterschreiben die Onlinepetition "Wahlaufruf für eine zukunftstaugliche Hochschulpolitik in Sachsen".
Mdchen unterschreibt Online-Petition
16.000 Unterschriften werden benötigt.

Der Protest in der Hochschulpolitik geht weiter. Nachdem die Universitätsinstitutionen der Theaterwissenschaft und der Archäologie bereits Petitionen aufgestellt haben, meldet sich nun auch die medizinische Fakultät zu Wort. Am Wochenende unterschrieben Professoren der Universität Leipzig eine Onlinepetition, mit fast 40 Erstunterzeichnern.      

Die Forderungen

Besonderen Unmut löst die ungerechte Verteilung von Geldern aus. So beziehen die medizinischen Fakultäten in Dresden und Leipzig dieselbe Summe. An der Universität in Leipzig sind jedoch etwa 100 Medizinstudenten mehr als in Dresden eingeschrieben. Demzufolge bleibt für die medizinische Fakultät weniger Geld über. Zu wenig. Nach einem der Initiatoren der Petition, Torsten Schöneberg, liegt ein großes Investitionsdefizit vor. Es mangelt an Grundausstattungen. Medizin-Fakultäten anderswo sind da besser dran. Schöneberg möchte mit der Petition erreichen, dass "gute Köpfe mit guten Materialien" eingestellt werden können.
Weitere Forderungen der Petition sind, dass die Hochschulkürzungen zurückgenommen werden und die Gelder der Landeskasse Leipzig gezielt für die Universitäten zum Einsatz kommen. Beispielsweise sollen die frei gewordenen Mittel aus der BAföG-Novelle für die Hochschulen und nicht zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet werden.

Die Petition – ein Wahlaufruf

Die Petition der medizinischen Fakultät trägt den Namen "Wahlaufruf für eine zukunftstaugliche Hochschulpolitik in Sachsen". Werden die Universitätsprofessoren jetzt parteilich? Die Unterschreiber der Petition sprechen sich nicht für eine spezielle Partei aus, die Wahl bleibt jedem selbst überlassen. Dennoch gibt es eine klare Forderung der Petition zur Landtagswahl: Die Parteien sollen sich klar positionieren. Bei den Parteien gibt es nämlich keine klaren Aussagen dazu, was sie konkret in der Hochschulpolitik verändern wollen. 

Moderatorin Isabelle Klein im Gespräch mit Redakteurin Paula Kautz.
 
 

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