Interview

Okay, Flay

Am 29.10. hat die amerikanische Indie-Rapperin K.Flay im Täubchenthal gespielt. Wir haben sie vor dem Konzert getroffen und uns mit ihr über ihr neues Album, Frauen im Musikbusiness und witzige Tourerlebnisse unterhalten.
K.Flay

Ihr erstes Album "Life As A Dog" veröffentlichte die Musikerin K.Flay in den USA bereits 2014. In Deutschland erschien es erst diesen Sommer. Um das Album herausbringen zu können, verließ sie das Major Label bei dem sie zuvor unter Vertrag war. Der Prozess bis ein Album genehmigt wird dauerte ihr dort zu lang. Nachdem "Life As A Dog" in den USA veröffentlicht war, kam sie mit dem Label Humming Records in Verbindung, die ihr einen Vertrag für Deutschland, Österreich und die Schweiz anboten. Das Album konnte sie übrigens nur dank crowdfunding realisieren.

Einflüsse

Bevor sie ihr Album veröffentlichte, zog sie nach Kalifornien. Der Hip Hop der amerikanischen West Küste begeisterte die Sängerin. Doch auch Bands wie Tame Impala oder Metric gehören zu ihren Favoriten. So ergab sich vor allem bei den Arbeiten an ihrem ersten Album die Mischung von Hip Hop, Rap und Indie. K.Flay sagt selbst, dass es aber nicht nur daran lag. Ihr Stil beruht außerdem darauf, dass sie möglichst ehrliche und authentische Songs schreiben wollte. Und singen mag sie eben auch.

Wie Alles Begann

Just kind of like an argument that I was having with somebody about music - and I was complaining.

 

Für K.Flay begann ihre Musikkarriere mit einem Streit. Sie hatte eine Auseinandersetzungen mit einem Bekannten. Die Musik die zu der Zeit im Radio lief gefiel ihr nicht. Für sie wirkte nichts davon inspiriert daraufhin forderte ihr Bekannter sie auf, doch selbst einen Song zu schreiben. Gesagt, getan. Für sie lag Musik zu machen weit außerhalb ihrer Wohlfühl-Zone. Damals war sie gerade mal 20 Jahre alt. Doch das Fremde stellte sich als etwas heraus, was ihr sehr gut liegt.

Als Frau im Hip Hop

Durch ihre verschiedenen musikalischen Einflüsse und die Touren, die sie mit Alternative und Pop-Elektro Bands gespielt hat sieht sie sich selbst nicht typischerweise als "Frau im Hip Hop". Schwieriger findet sie die Perspektive eine weibliche Produzentin zu sein. Frauen als Performer gäbe es viele, sagt sie. Die wirkliche Rarität wären Frauen hinter den Kulissen, die im technischen Bereich oder in hohen Positionen in den Labels arbeiten würden. Auch generell sieht sie noch viele Schwierigkeiten für Frauen im allgemeinen in der Musikindustrie und auch Sexismus sei immer noch ein großes Thema. Dennoch hat sie nette und respektvolle Menschen getroffen, seitdem sie in der Musikindustrie arbeitet. Sie verweist aber auch darauf, dass Sexismus ganz generell eben weiterhin ein bestehendes gesellschaftliches Problem ist, dass es zu ändern gilt.

Vans Warped Tour

Die Tour war einer der wichtigsten Meilensteile in der bisherigen Karriere der Musikerin. Sie spielte dort 2014. Für die meisten steht die Tour eher für Pop-Punk oder Hardcore Bands, doch K.Flay erzählt, dass es dort eben auch eine Bühne gäbe, auf der ganz andere Musik laufen würde. Auch wenn es zunächst vielleicht untypisch klingen mag, dass sie dort gespielt hat, sagt sie, dass sie musikalisch erstaunlich gut rein gepasst hat. Sie beschreibt, dass sie sich am ersten Tag dennoch gefühlt hat, als wäre sie wieder zum ersten Mal in der Schule. Letztlich hat die Tour sehr viel für sie verändert, und das zum Positiven.

Die Aktuelle Tour

Am Abend ihres München Konzerts hat K.Flay etwas besonders lustiges erlebt: Durch eine Verwechslung hatte sie den Schlüssel zu einem bereits bewohnten Zimmer ausgehändigt bekommen. Als sie also um 2 Uhr Nachts in das Zimmer wollte, lag dort bereits jemand im Bett. Da sie nun keinen Schlafplatz hatte, ging sie stattdessen mit ihrer Crew in eine Bar. Das rettete den Abend leider auch nicht mehr, denn die Bar hinterließ keinen besonders guten Eindruck bei K.Flay.

 

Musikredakteurin Gesa Koy im Gespräch mit Musikerin K.Flay
Musikredakteurin Gesa Koy im Gespräch mit Musikerin K.Flay
 

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Gesa Koy
02.11.2015 - 18:39
  Kultur

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Unseren Konzertbericht findet ihr hier.

Wer es zu keinem der Konzerte schafft, hat auf K.Flays Blog die Möglichkeit die gesamte Tour mitzuerleben. Wenn man rund um die Uhr auf dem neuesten Stand sein möchte, folgt man der Tour einfach und wird über jeden neuen Post informiert.