Frisch Gepresst: Giant Rooks

Ohrwurmalarm

Die Indieband „Giant Rooks“ veröffentlichte jüngst ihr Debutalbum „Rookery.“ Für das Album haben sich die fünf Jungs aus Hamm mächtig Zeit gelassen. Und das hört man auch.
Frisch Gepresst, Giant Rooks
Frisch Gepresst: Giant Rooks

Die Indieband „Giant Rooks“ veröffentlichte jüngst ihr Debutalbum „Rookery.“ Für das Album haben sich die fünf Jungs aus Hamm mächtig Zeit gelassen. Und das hört man auch.

2015 gründen Sänger Frederik Rabe, Gitarrist Finn Schwieters, Bassist Luca Göttner, Keyboarder Jonathan Wischniowski und Drummer Finn Thomas die Giant Rooks. Schon ihre erste EP „ The Times Are Bursting The Lines“ von 2015 erregte großes Aufsehen und verschaffte der Band Auftritte mit einige namenhafte, deutsche Bands: darunter Razz und die Pop-Prinzen von "Von Wegen Lisbeth." 2 weitere EP's später und nach gut 350 Soloshow allein im letzten Jahr scheint die Band schließlich herausgefunden zu haben welcher Sound zu ihr passt.

Future Radio-Stars

„Rookery“ ist ein Indiealbum, das ins Radio will. Die Songs gehen ins Ohr und bleiben dort erst einmal hängen. Der Sound wirkt voll und in sich stimmig. Wilde Gitarren und Drums bauen kraftvolle Themen. Frederik Rabes Stimme ist der Faden der das Publikum immer tiefer in die Musik zieht. Die Songs wirken trotz allem vielfältig und durchdacht. Die Instrumentierung ändert sich dabei kaum. Nur im Song Rainfalls finden wir exotisch wirkende Synthiesounds und einen Filter, der den Backgroundgesang leicht verzerrt. Ansonsten setzt die Band auf Gitarren, Drums, Keys, Percussion und Gesang. Und holt das äußerste aus ihrem Set-up heraus.

Viel Raum für Interpretation

Verschnörkelt schöne Texte, deren Inhalt sich nur erahnen lässt: „Rookery“ lässt viel Raum für eigene Interpretation. Viele Songs wirken dabei leicht melancholisch und immer etwas düster. Ob auf der bereits im voraus releasten Single „Watershed:“

Why do I sigh? what do I deny?

I’ll build a wall a thousand feet high

Around my bed to keep the bloom

Out of my head, asking myself

Giant Rooks, "Watershed"

oder „Silence:"

I'm gonna tame the violence

Put him to sleep someday

But before I do

I will be with you

Giant Rooks, "Silence"

Selbstzweifel, Gewalt, Sorge aber auch Zuneigung sind Emotionen, die auf Rookery Platz finden. Die Themenwahl steht im krassen Kontrast zu den flippigen Sommersounds, die das Album musikalisch so eindringlich machen. Diese Mischung gibt dem ganzen Album etwas banales, illustriert auf der anderen Seite aber treffend die leicht melodramatische Gefühlswelt eines Teenagers. Rookery trifft so also perfekt den Geschmack, der wahrscheinlich anvisierte Zielgruppe junger Menschen bis Mitte Zwanzig.

 

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Hannan El Mikdam-Lasslop
01.09.2020 - 13:31
  Kultur

Giant Rooks: Rookery

Tracklist:

1. The Birth of Worlds
2. Watershed
3. Heat Up
4. Very Soon You'll See
5. Rainfalls
6. Misinterpretations
7. Silence
8. What I Know Is All Quicksand
9. Wild Stare
10. Head by Head
11. All We Are
12. Into Your Arms

Erscheinungsdatum: 28.08.2020
Universal