Vorurteile gegen Vornamen

Nur Schall und Rauch?

Finn ist sportlich, Willi gesellig und Mandie dumm! Ganz so einfach ist es leider nicht. Trotzdem haben wir alle ein bestimmtes Bild im Kopf, wenn wir einen Namen hören.
Vornamen, Schnitzel, Vorurteile
Manche Eltern sind sehr kreativ bei der Namenfindung: Jimmy Blue, Summer oder doch lieber Schnitzel?

Der Film Fack Ju Göthe lebt von gängigen Namens-Klischees. Den Zuschauern ist von Anfang an klar: Chantal ist nicht gerade schlau, Zeki ist kriminell und Elisabeth ist eine Spießerin.

Chantal: Nicht besonder schlau, aber dafür umso schöner!

Denn mit Vornamen verknüpfen wir bestimmte Eigenschaften. Wie Vorurteile gegen Vornamen aufkommen und wie sie sich in der Gesellschaft manifestieren, hat uns die Namensforscherin Gabriele Rodriguez erzählt.

Die Geschichte der Vornamen

Mia, Emma, Jonas und Ben zählten 2015 zu den beliebtesten Vornamen. Fünfzig Jahre zuvor standen Sabine, Petra, Thomas und Michael an der Spitze. Weiter fünfzig Jahre früher waren es Gertrud, Elfriede, Hans und Carl.
Vornamen kommen in Mode und verschwinden wieder, nur um dann wieder neu entdeckt zu werden. Dieser Kreislauf wiederholt sich circa alle hundert Jahre.

Welche Faktoren die Namenswahl beeinflussen und wie sich die Namensgebung in Deutschland seit dem Mittelalter entwickelte, hat uns die Namensforschung Gabriele Rodriguez erzählt:

mephisto 97.6 Redakteurin Judith Fliehmann hat sich mit der Namensforscherin unterhalten.
 

„Do ju spik inglish?“

Das Fernweh in der engen, grauen DDR habe dazu geführt, dass in der DDR englische und französische Namen beliebt waren. Doch hinter Kevin, Chantal, Maik und Cindy steckt mehr:

mephisto 97.6 Redakteurin Judith Fliehmann über die Vornamen der DDR-Bürger.
 

Ronny, Mandy und Cindy - Die Ostblock-Gang?

Ronny, Mandy und Cindy werden oft als typische „Ostnamen“ bezeichnet. Aber so ganz stimmt das nicht, behauptet Gabriele Rodriguez:

Namenforscherin Gabriele Rodriguez klärt über regionale Unterschiede auf.
 

Von Alexander über Kevin bis hin zu Jimmy Blue

Juristen, Ärzte und Wissenschaftler nennen ihre Kinder gerne Jakob, Simon, Hannah und Johanna. Die Kinder von Handwerkern, Technikern und Krankenschwestern heißen oft Luca, Niklas, Emily und Lisa. Fabrikarbeiter, Verkäuferinnen und Arbeitslose geben ihren Kindern meist Namen wie Kevin, Jason, Celine und Michelle.

Gabriele Rodriguez erklärt, wieso man am Namen des Kindes oft auf Bildungsstand und Einkommensklasse der Eltern schließen kann:

Gabriele Rodriguez klärt über den sozialen Hintergrund der Namensgebung auf.
 

Die Macht der Medien

Ob Fack Ju Göthe, Mario Barth oder die Wollnys: Die Medien haben einen großen Einfluss darauf, wie wir Vornamen wahrnehmen. So kam der Name Kevin vor allem durch eine oft zitierte und viel diskutierte Studie aus dem Jahre 2009 in Verruf. Darin schreib eine Grundschullehrerin: „Kevin ist kein Name, Kevin ist eine Diagnose.“

mephisto 97.6 Redakteurin Judith Fliehmann über die verschiedenen Studien rundum die Vornamen.
 

mephisto 97.6 Redakteurin Judith Fliehmann über die verschiedenen Studien rundum die Vornamen.

Die Vorurteile sind ein gefundenes Fressen für Komedians. Mario Barth hat den Charakter „Chantal“ zu einem festen Bestandteil seiner Show gemacht und damit zum Negativ-Image des Namens beigetragen. Auch über die exotischen Namen in Fernsehsendungen wie Die Wollnys – eine schrecklich große Familie machen sich die Zuschauer gerne lustig.

Ossi oder Pronostar?

 

Silvana, Sarafina, Estefania, Kelenta…

My name is multikulti

In einer bunten Gesellschaft wird es auch in Sachen Vornamen nicht langweilig. Im Gegenteil: Eltern werden kreativ und kennen bei der Namengebung im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen: 

mephisto 97.6 Redakteurin Judith Fliehmann weiß, welchen Einfluss eine multikulturelle Gesellschaft auf die Vornamen hat.
 

 

 

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Judith Fliehmann
14.11.2016 - 11:25