Flüchtlingsdebatte

Notlösungen für Flüchtlingsunterbringung

Der Bau des geplanten Flüchtlingsheims in der Frederikenstraße in Dölitz verzögert sich, weshalb nun Schulen als Notlösung dienen müssen. Doch eignen sich Schulen wirklich als Unterkunft für Flüchtlinge?
Schulen als Notunterkunft
Fernbleiben vom Unterricht ohne legitimierenden Grund: Schwänzen

Leipzig und Dresden stellen zwei der wichtigsten Ballungszentren im Umkreis für Flüchtlinge dar. Für dieses Jahr werden in Leipzig etwa 3000 Flüchtlinge erwartet, was zu einem Problem der Unterbringung werden kann. Momentan fehlen noch ca. 2000 Unterkunftsplätze. Als größeres Unterbringungsprojekt ist die Erstaufnahmeeinrichtung in Dölitz in der Frederikenstraße geplant. Ursprünglich sollte diese am 01. Juli 2015 eröffnet werden. Allerdings hat sich der Termin aufgrund von notwendigen Baumaßnahmen voraussichtlich auf den 10. August 2015 verschoben.

Die kurzfristigen Notlösungen der Stadt

Nun sollen Schulen als Übergangsunterbringung für Flüchtlinge dienen. Zum Einen wird das alte Gebäude der "3. Schule" in der Scharnhofstraße (Südvorstadt) umfunktioniert, wodurch es das erste Mal eine Flüchtlingsunterbringung im Süden Leipzigs gibt. Zum Anderen erhält das alte Gebäude der Pablo-Neruda-Schule in der Tarostraße (Nähe Bayrischer Bahnhof) eine neue Aufgabe. Laut Angaben der Stadt sollen pro Schule 150-200 Flüchtlinge in den Schulen Zuflucht finden.

Findet jetzt ein großer Umbau statt?

In den Schulen findet kein Umbau statt, da sie nur als Übergangslösung gedacht sind und die Schulen zukünftig wieder als Schulen genutzt werden. Es werden nun Wohnmöbel in den Schulen aufgestellt.

Leider ist das natürlich nicht optimal. Aber ich sag mal so - momentan ist alles besser als Zelte.

Stadtratmitglied Christopher Zenker, SPD

Nur eine Zwischenlösung?

Die Schulen sollen von Ende Juli/Anfang August bis nächstes Jahr als Flüchtlingtsunterbringung dienen, danach müssen die Flüchtlinge in eine neue Unterbringung ziehen. Allerdings gibt es dazu noch keine konkreten Pläne. Der hervorstechende Nachteil der Schulen als "Zwischenwohnung" ist die nicht unbedingt gewährleistete Privatsphäre, worüber aber bereits schon Gespräche mit der Schulleitung und der Elternvertretung stattfanden. Darüber hinaus wird es für die Anwohner auch noch eine Informationsveranstaltung geben.

Es steht allerdings weiterhin noch aus, wo die Flüchtlinge in Leipzig eine Bleibe finden können. Die Schulen stellen wirklich nur eine Zwischenlösung dar.

Moderatorin Anna Vogel im Gespräch mit Helena Schmidt über Flüchtlingsheime
Flüchtlingsheime

 

 

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Caroline Bernert
03.07.2015 - 18:43

Für mehr Informationen zur Nutzung des Gebäudes in der Scharnhornstraße wird es am 09. Juli von 19 Uhr bis 20.30 Uhr eine Veranstaltung geben. Da werden der Sozialbürgermeister Thomas Fabian und ein Mitarbeiter des Sozialamtes Fragen zur Flüchtlingsunterbringung beantworten.