Arbeitslosenzahlen in Leipzig

Niedrigste Quote seit 25 Jahren

Endlich die Sieben vor dem Komma – zum ersten Mal seit 1991 liegt die Arbeitslosenquote in Leipzig bei 7, 8 Prozent. Gründe sind Wachstum, Wirtschaftsboom und Weihnachtszeit. Trotzdem sind immer noch 23.000 Leipziger ohne Job.
Geld
18 Milliarden Euro pro Jahr sollen Sachsen 2017 und 2018 zur Verfügung stehen.

Wie jeden Monat erschien heute eine neue Arbeitsmarktstatistik für Leipzig. Dieses Mal gibt es allerdings eine Besonderheit: Zum ersten Mal seit 25 Jahren ist die Quote unter acht Prozent gefallen. In absoluten Zahlen sind das 23.000 Leipziger – damit hat die Stadt trotzdem noch mehr Arbeitslose als der sächsische Durchschnitt. 

Hypezig sorgt für Wirtschaftsboom

Seit Jahren zieht es immer mehr Menschen in die Stadt an der Elster. Besonders die Kreativ- und Gründerszene tragen zur Attraktivität Leipzigs bei – und schaffen neue Arbeitsplätze. Die Trends für Leipzig seien steigende Bevölkerungszahlen, steigende Durchschnittseinkommen und gleichzeitig sinkende Arbeitslosenzahlen, so Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig. 

Mit unserem starken Bevölkerungswachstum geht ein noch stärkeres Wirtschaftswachstum einher; Menschen kommen nach Leipzig nicht nur, weil die Stadt so hip ist, sondern weil sie hier Arbeit finden.

Burkhard Jung, Oberbürgermeister Leipzig 

Diese These stützen auch die Zahlen des letzten Jahres: Im November 2015 lag die Arbeitslosenquote um fast ein Prozent höher: bei 8, 7 Prozent. Das heißt: Über 2000 Leipziger haben jetzt einen Job, die vor einem Jahr noch arbeitslos waren.

Probleme auf dem Arbeitsmarkt

Trotz dieser positiven Entwicklung: Viele Leipziger arbeiten im Niedriglohnsektor. Die Jobs sind häufig nicht sicher, Beschäftigten haben oft nur eine Leiharbeitsstelle. In der Autobranche in Leipzig sind es sogar mehr als 30 Prozent der Angestellten. 

Das ist ein wunder Punkt in Leipzig. Insbesondere durch große Automobilproduzenten. So sind etwa bei Porsche und BMW gemeinsam über 18.500 Menschen beschäftigt, aber weniger als 50 Prozent Stammbelegschaft. Das schafft mehr Flexibilität für Autobauer, ist aber kritisch für den Arbeitsmarkt – daran muss unbedingt gearbeitet werden.

Dr. Gerd Lippold, die Grünen

Mehr Jobs in der Weihnachtszeit

Neben dem Bevölkerungswachstum ist die Beschäftigungsquote gerade in Leipzig von saisonalen Einflüssen abhängig. Der Weihnachtsmarkt lockt Touristen an und auch die Verpackungsindustrie benötigt mehr Arbeitskräfte als im restlichen Jahr. Und wie sieht es nach Weihnachten aus? Reinhilde Willems von der Agentur für Arbeit Leipzig vermutet, dass die Weihnachtszeit positive Effekte für den Arbeitsmarkt mit sich bringt. Auch im Januar und Februar:

Angesichts der Arbeitsmarktsituation gehen immer mehr Unternehmen dazu über, ihr Personal auch in den Wintermonaten zu halten, weil sie wissen, nach dem Winter wird es sehr schwer, geeignetes Personal wiederzufinden.

Reinhilde Willems, Agentur für Arbeit Leipzig 

Wie Gärtner und Bauarbeiter im Winter unterstützt werden und weitere Hintergründe zum Thema können Sie hier nachhören:

Moderatorin Paula Drope im Gespräch mit Redakteurin Gesine Klipstein.
 

Moderator Karsten Richter hat sich mit Erik Wolf vom Deutschen Gewerkschaftsbund Leipzig (DGB) über die Arbeitslosenzahlen unterhalten:

mephisto 97.6 Moderator Karsten Richter im Gespräch mit Erik Wolf vom DGB.
 
 

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