Schulgesetz

Neues Schulgesetz in Planung

Bundeskultusministerin Brunhild Kurth (CDU) will den Unterricht in sächsischen Schulen ändern. Gerade der Politik-Unterricht soll verstärkt werden. Das Gesetz sollte schon 2016 verabschiedet werden, doch die SPD hatte einige Kritikpunkte.
Schule
Die politische Bildung an sächsischen Schulen soll reformiert werden.

Weniger Stress

Der Freistaat Sachsen will 2017 ein neues Schulgesetz einführen. Sachsen Kultusministerin Brunhild Kurth von der CDU hat viele Neuerungen vor. So möchte sie zum Beispiel die 269 Jahreswochenstunden bis zum Abitur auf die von der Kultusministerkonferenz 265 Stunden reduzieren. Schüler müssten außerdem statt 52 nur noch 40 Kursnoten ins Abitur einbringen.

Weshalb muss Sachsen unbedingt Deutscher Meister im Stundenvolumen sein? Wir müssen uns auch mal fragen, welchen Stress wir unseren Kindern zumuten. Die Belastung für alle ist teilweise enorm.

Bundeskultusministerin Brunhild Kurth in einem Interview mit der LVZ

Laut Kurth habe das keine Auswirkungen auf das sächsische Abitur, das sehr anspruchsvoll sei und es auch bleibe. Dies bestätigt auch der weltweit größte Schulleistungstest PISA, bei dem Sachsen bisher bundesweit überdurchschnittlich gut abschnitt.

Mehr Politik und Diskussion

Desweiteren plane Kurth die Lehrpläne zu entschlacken, unter anderem bei Naturwissenschaften, denn manche Lehrpläne sind über 10 Jahre alt. Vermehrt möchte Kurth hingegen die politische und mediale Bildung fördern. Konkret geht es um eine Art Staatsbürgerkunde, die jedoch nicht wie zu DDR-Zeiten aussieht. Vielmehr stehe eine ganzheitliche demokratische Erziehung und das Erleben einer Diskussionskultur im Fokus:

Ein guter Unterricht vermittelt soziale Kompetenzen und politische, demokratische Bildung. Es geht nicht darum, eine bestimmte Parteipolitik zu transportieren, sondern eine Diskussionskultur zu entwickeln.

Bundeskultusministerin Brunhild Kurth in einem Interview mit der LVZ

Neues Schlüsselreferat

Dafür werde laut Kurth ab Februar im Kultusministerium ein Schlüsselreferat eingerichtet und schon im Januar werde ein Expertengremium bestehend aus Schulpraktikern, Schüler- und Elternvertretern sowie Geschichts- und Politikdidaktikern der Universitäten Leipzig und Dresden und der Landeszentrale für politische Bildung. Im Sommer sollen dann die ersten Ergebnisse vorliegen und in einem Kongress im Herbst vorgestellt werden. Kurt betonte gegenüber der LVZ:

Eine Konsequenz muss sein, dass die Lehrerfortbildung auf dem Gebiet der politischen Bildung erheblich ausgebaut wird.

Lange Verhandlungen

Das Gesetz sollte schon im November verabschiedet werden, doch es gab einige Streitfragen mit dem Koalitionspartner SPD zu klären. So hätte die SPD laut Kurth das längere gemeinsame Lernen und die Einführung von Gesamtschulen gefordert. Doch diese Änderungen sind im Koalitionsvertrag ausgeschlossen. Auch die Schulen auf dem Land seien, so die Sorge der SPD, durch eine Erhöhung der Mindestschülerzahlen nicht gefährdet. Denn, so Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU in Sachsen, um pädagogisch wirksam zu sein, bräuchte der Lehrer eine große Klasse mit Schülern, die schwach, in der Mitte und an der Spitze sind und sich gegenseitig unterstützen könnten.  Kurth zeigt sich über diese Diskussionen verärgert und warf der SPD in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung „Blockadehaltung“ und parteipolitische Profilierung und Ideologie vor. Bienst betonte allerdings, dass die CDU sich bald mit der SPD einigen werde. 

Den ganzen Beitrag von mephisto 97. Redakteurin Marisa Becker gibt es hier:

Marisa Becker über die Probleme von CDU und SPD beim neuen Schulgesetz
 
 
 

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