Umbau Karl-Liebknecht-Strasse

Neuer Lärm um die Karli-Baustelle

Der Lärmpegel für die Anwohner der Karl-Liebknecht-Straße ist zu hoch. Die Landesdirektion Leipzig kam nach Beurteilung eines Gutachtens zu dem Schluss, dass die Lärmbelästigung mit den anstehenden Baumaßnahmen in Zukunft sogar steigt.
Wenn man sich vor lauter Lärm nicht mehr entspannen kann.

Von Januar 2014 bis November 2015 wird der ein Kilometer lange Straßenzug zwischen dem Wilhelm-Leuschner-Platz und der Körnerstraße saniert. An diesem Projekt beteiligt sind die Stadt, die kommunalen Wasserwerken (KWL) und die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB).
Die Straßenbahn bekommt dabei ein neues eigenes Gleisbett in der Mitte der Straße, die Fahrbahnen rücken näher an die Häuser. Dadurch steigt der Lärm innerhalb der Häuser langfristig an, schließt das Gutachten eines Ingenieurbüros, das die Landesdirektion Leipzig ausgewertet hat.

Wie laut wird es ?

Der Sprecher der Landesdirektion Stefan Barton erklärt, tagsüber könne eine Lärmpegel von mehr als 70 Dezibel erreicht werden. Das entspricht einem lauten Gespräch oder dem Klacken einer Schreibmaschine. Gesundheitliche Langzeitschäden können bei einer Lautstärke um 80 Dezibel entstehen. Nachts könne es zu einem Lärmpegel von über 60 Dezibel kommen, so Barton. Das entspreche zwar "nur" der normalen Gesprächslautstärke, aber viele Menschen seien schon dadurch in ihrer Konzentration oder beim Schlafen gestört.

Wer genau ist betroffen?

Direkt an der Karli sind 18 Gebäude von diesem erhöhten Lärmpegel betroffen. Das sind über 100 Haushalte, denen gesetzlich eine Entschädigung zusteht. Im Falle einer Entschädigung werden in den meisten betroffenen Haushalten Schallschutzfenster eingebaut, dies sei der Regelfall, der meist schon ausreichend Schutz biete, so Ralf Barwick vom Amt für Straßenentwurf. In besonderen Fällen müsse auch ein schallgedämpfter Lüfter eingebaut und die Dämmung der Wand erneuert werden.

Wie geht die Stadt vor?

Jeder Hausbesitzer wurde schriftlich benachrichtigt und nach dessen Zustimmung muss jedes Haus einzeln geprüft und ein individueller Plan zur Lärmminderung erstellt werden. Wie viele Haushalte genau am Ende betroffen sind, kann man zur Zeit noch nicht sagen. Die Kosten für diese lärmmindernde Maßnahmen wurden von Anfang an in das Projekt miteinkalkuliert.

Wird die Belästigung grundsätzlich höher?

Die Stadt bestreitet den Schluss der Landesdirektion, der Lärmpegel für Anwohner der Karl-Liebknecht-Straße werde in Zukunft grundsätzlich steigen. Die Erneuerung der Fahrbahn sei dafür nicht ausreichend in die Berechnung des Gutachtens miteingegangen, erklärte die Amtsleiterin des Verkehrs- und Tiefbauamts Edeltraut Höfer gegenüber LVZ-Online. Passive Lärmschutzmaßnahmen seien aber trotzdem bereits in Bauplanung miteinkalkuliert worden.

Studiogespräch zu den Umbauarbeiten auf der Karl-Liebknecht-Straße

 

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Roxana Cremer
25.10.2013 - 02:07

Infoveranstaltung       

Montag, 28. Oktober,
19 Uhr   
im Sitzungssaal des Neuen Rathauses (Raum 258)
mit Edeltraut Höfer (Verkehrs- und Tiefbauamt), Matthias Hasberg (Stadt-sprecher), Ronald Juhrs (LVB-Technikchef) und Mathias Wieman (KWL)