NATO

Neue Truppen geplant

In Brüssel hat die Nato Pläne zur Erweiterung ihrer Truppen angekündigt. Eine neue, schnelle Eingreiftruppe soll rekrutiert werden. Die Bundeswehr nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Die NATO baut ihre Truppen aus

Am Aufbau der neuen Truppe sollen sich 900 Soldaten aus Sachsen beteiligen. Der sächsische Gefechtsverband ist als zweiter großer Beitrag der Bundeswehr neben dem Deutsch-Niederländischen Korps in Münster vorgesehen.

Für die osteuropäischen NATO-Mitglieder soll das ein Zeichen der Unterstützung sein. Die östlichen Mitgliedsländer fordern mehr Schutz vor Russland. Vor allem in Zeiten der Krise mit Russland sollen die Bündnispartner verstärkt durch die NATO auftreten. Es wird für den Ernstfall gerüstet. Die militärische Schlagkraft dieser neuen Truppe ist äußerst begrenzt, selbst nach Erreichen der vollen Einsatzbereitschaft in zwei Jahren. Die Maßnahme soll daher eher die baltischen Staaten und Polen beruhigen. Seit der Annexion der Krim durch Russland haben die östlichen Staaten Angst.

Aus den 28 NATO-Mitgliedsstaaten stehen insgesamt 25.000 Soldaten in der sogenannten Nato-Response-Force zu Verfügung. Jetzt wurde beim NATO-Gipfel festgestellt, dass die Mobilisierung angesichts der osteuropäischen Krisensituation zu lange dauert. Es sollen neue Konzepte entwickelt werden, die das möglich machen.

Geplant ist eine „Speerspitze“

5000 Einheiten sollen in kürzester Zeit mobilgemacht werden können. Die vorläufige Truppe sei eine Zwischenlösung, bis 2016 eine größere Einheit organisiert sei, so der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gegenüber den Medien. Die NATO will mit der Eingreiftruppe demonstrieren, dass sie es ernst meint mit der Bündnis-Solidarität.

Alexander Gruschko, Russlands NATO-Botschafter, sieht keinen realen Grund dafür, zusätzliche NATO-Kräfte in diesem Gebiet aufzustellen oder die militärische Präsenz wesentlich zu verstärken.

Der NATO wird vorgeworfen, in mehrerer Hisicht nach den eigenen Interessen zu handeln und nicht zuerst an die nationale Sicherheit zu denken. Was die Beziehungen der NATO zu Russland angeht, so liegt derzeit jegliche Zusammenarbeit auf Eis. Moskau will die Präsenz seiner Kriegsschiffe in internationalen Gewässern ausweiten.

Außerdem sollen im nächsten Jahr groß angelegte Militärübungen in Zentralrussland durchgeführt werden. Dabei sollen im Sommer Zehntausende Soldaten eingesetzt werden. Entscheidend sind dabei auch die Signale, die die NATO an Russland sendet. Als Entgegenkommen dürfte Russland die jüngsten Äußerungen des neuen NATO-Generalsekretärs nicht verstehen. Beim NATO-Treffen in Brüssel wurden den ukrainischen Träumen von einem Beitritt keine Absage erteilt. Damit weckt das Bündnis falsche Hoffnungen - und bei Russland falsche Befürchtungen.

mephisto 97.6-Redakteur Salomo Zeltner zu den Truppenerweiterungen der NATO.
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Salomo Zeltner
03.12.2014 - 19:45