Nachhaltigkeitssiegel

Nachhaltigkeit für Leipzigs Wohnbau

Heute wurde erstmalig ein Wohnbau in Leipzig mit dem Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet, ein Neubau der UNITAS-Wohngesellschaft - ein wichtiges Zeichen für das zukunftsorientierte Bauen in Leipzig.
Dorothee Dubrau, Martina Wilde, Steffen Frede, Dr. Ingrid Voller und Felix Räusche (v.l.n.r.) mit dem Nachhaltigkeitssiegel
Dorothee Dubrau, Martina Wilde, Steffen Frede, Dr. Ingrid Voller und Felix Räusche (v.l.n.r.) mit dem Nachhaltigkeitssiegel

Der große Neubau der UNITAS Wohngesellschaft an der Ecke Käthe-Kollwitz-Straße/ Friedrich-Ebert-Straße dürfte einigen vielleicht schon aufgefallen sein. Besonders ins Auge sticht er durch seine grünen und orangenen Fassadenelemente. Auffällig ist auch, dass er sich an der Kreuzung der beiden Straßen um die Ecke wölbt und keine harte Kante besitzt. Dass der Bau nicht nur unkonventioneller als andere Neubauten aussieht, sondern auch noch besondere Standards erfüllt, beweist jetzt der Verleih des Nachhaltigkeitssiegels.

Wohnqualität und Ökologie vereint

Das Nachhaltigkeitssiegel wird vom Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau "NaWoh" verliehen. Das geschah heute durch Dr. Ingrid Vogler im Namen der NaWoh. Sie erklärt, beim Nachhaltigen Wohnungsbau ginge es darum, die Erwartungen, die durch die Gesellschaft und Umwelt an einen Wohnbau gestellt werden, zu vereinen. Man müsse Wohnqualität schaffen und gleichzeitig technische Anforderungen erfüllen. Bei allem müsse allerdings auch noch die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten werden. 

Strenge Kriterien

Was genau als nachhaltiger Wohnbau bezeichnet werden darf, wird von einem Arbeitskreis des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung festgelegt. Dieser besteht aus Vertretern der Immobilien- und Baubranche sowie Mietvereinen. Zusammen haben diese einen Kriterienkatalog erstellt, der die Standards für ökologisches Bauen festlegt und Bauprojekten als Leitfaden dienen soll. Dadurch ergibt sich allerdings auch ein langwieriger Prozess beim Bauen, denn es muss ständig geprüft werden, ob alle Vorgaben eingehalten werden.

Die Zukunft des Leipziger Wohnbaus?

Fünf Jahre hat es gedauert bis der Neubau der UNITAS Gesellschaft im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde. In ihm finden sich Wohn- sowie Geschäftsräume. Man kann 2-, 3- und 4-Raumwohnungen mieten, von denen auch einige barrierefrei sind. Für die Leipziger Bürgermeisterin für Städteplanung, Dorothee Dobrau, stellt dieses Konzept eine Variante des zukünftigen Bauens in Leipzig dar.

„Wir brauchen einerseits nachhaltige Bauten, die nicht in ein paar Jahren wieder kaputt sind und wir brauchen andererseits Wohnkomplexe, die tatsächlich für unterschiedliche Bevölkerungsschichten geeignet sind - Für unterschiedliche Einkommensgruppen, für unterschiedliche Familienstrukturen, für Menschen mit Behinderungen. Ich denke mal das ist ein Zeichen, dass wir für die Zukunft setzen müssen.“

Dorothee Dobrau, Bürgermeisterin für Städteplanung

Der Wohnraum wird knapp

Dass neuer Wohnraum in den nächsten Jahren in Leipzig dringend benötigt wird, zeigen vor allem die Zuzugszahlen. Ein Beispiel : Sollten bis zum Jahr 2030 mehr als 700000 Menschen in Leipzig wohnen, müssten pro Jahr rund 4500 neue Wohnungen entstehen. Dafür, so Dobräu, müssten dringend Fördergelder zur Verfügung gestellt werden. Ferner verweist sie darauf, dass vor allem der soziale Wohnungsbau gefördert werden müsse. Ansonsten würden die hohen Mietpreise der Neubauten Menschen, die sich diese nicht leisten können, verdrängen. 

mephisto97.6 Redakteurin Nina Ulke war bei der Vergabe des Nachhaltigkeitssiegels vor Ort und hat unter anderem mit Dorothee Dobrau und Felix Räusche über zukunftsorientiertes Bauen geredet:

Redakteurin Nina Ulke über die Vergabe des Nachhaltigkeitssiegels
BmE Nachhaltigkeitssiegel

 

 

 

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