Irakpolitik

Nach Hilfsgütern auch bald Waffen?

Am Freitag um 06:00 Uhr startete eine Bundeswehrmaschine von Leipzig. Ihr Ziel: Erbil im Nordirak. Die Bundesregierung entsendet Hilfsgüter, die von der UN verteilt werden. Werden auch bald Waffen und Soldaten in den Flugzeugen sein?
Flughafen Leipzig/Halle: Von hier starten die Maschinen der Bundeswehr

Der Flughafen Leipzig/Halle ist nicht nur ein Start- und Landeort für sonnenhungrige Touristen. Der Flughafen ist außerdem einer von drei Standorten für Lufttransportgeschwader der Bundeswehr.

Heute Morgen startete von dort eine Maschine des Typs Antonow AN-124 in Richtung Masar-i Scharif in Afghanistan. Dort wird sie mit Material des Afghanistaneinsatzes beladen und fliegt wieder zurück.

Doch die Maschine fliegt nicht leer nach Afghanistan. Die Transportmaschine ist beladen mit Hilfsgütern für Kriegsflüchtlinge im Norden des Iraks. Dort macht das Flugzeug zunächst Halt, bevor es weiter nach Afghanistan fliegt.

Hilfslieferung für Flüchtlinge

Die Lieferung wurde von der Bundesregierung beschlossen; sie ist die Dritte dieser Art in den Irak. Das Flugzeug ist beladen mit rund sechzig Tonnen Lebensmitteln wie Getränkepulver, Roggenschrotbrot oder Hamburger. Hinzu kommen achteinhalb Tonnen Sanitätsmaterial, welches von den Österreichern zur Verfügung gestellt wurde. All das wird nach Erbil geflogen, eine Stadt im Norden des Iraks.

Dort angekommen werden die Hilfsgüter zunächst vom deutschen Generalkonsulat angenommen und dann von UN-Organisationen verteilt. Zugute kommen soll die Ladung vor allem den Menschen, die in die Berge des Iraks geflohen sind – aus Angst vor der Terror-Organisation ISIS.

Doch es gibt ein Problem. Wie die ARD in der Tagesschau berichtete, werden die vorangegangen deutschen Flugzeuge in Erbil auf dem Flughafen festgehalten. Der Zoll prüfe noch die Einreisepapiere, so ein Mitarbeiter der UN.

Bald auch Waffenlieferungen in den Irak?

Trotz der Schwierigkeiten sind weitere Flüge geplant. Schon Mitte der kommenden Woche soll wieder ein Flugzeug mit Hilfsgütern von Leipzig in den Irak fliegen, so Oberstleutnant Jörg Langer von der deutschen Luftwaffe. Ob danach weitere Flüge, eventuell beladen mit Waffen folgen, wollte er nicht kommentieren. Die Bundesregierung werde darüber noch entscheiden. Derzeit gilt es als sicher, dass deutsche Waffen an die irakischen Kurden geliefert werden.

Der CDU-Abgeordnete Patrick Sensburg ging gegenüber der Zeitung "Berliner Kurier" sogar noch einen Schritt weiter: Es sei sinnvoller, wenn deutsche Soldaten vor Ort zur Beschützung von Flüchtlingen und zum Verteilen der Hilfsgüter vor Ort seien.

So bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung in Zukunft mit der Situation verfährt und ob es wirklich zu Waffenlieferungen oder sogar einem Bundeswehreinsatz kommt. 

Ein Beitrag über die Hilfsgüter für den Irak von Anna Fischer.
 
 

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