Bundeskongress Musikunterricht

Musikpädagogik und Lehrermangel

Vom 17. bis 21. September findet in Leipzig der zweite Bundeskongress Musikunterricht statt. Dazu hat heute ein Leipziger Musikpädagoge vor Kürzungen im Musikunterricht gewarnt, was ein neues Thema eröffnet: den Lehrermangel in Sachsen.
Bundeskongress Musikunterricht
Die heutige Pressekonferenz zur Eröffnung des Bundeskongresses Musikunterricht

Am heutigen Kongress nehmen neben Musiklehrern auch Studenten auch Schüler teil. Insgesamt meldeten sich im Voraus 1800 Teilnehmer an. Der Kongress wird von der Universität Leipzig, dem Arbeitskreis für Schulmusik und dem Verband Deutscher Schulmusiker veranstaltet. Im Kongress wird es 400 Vorträge und Workshops für Musikpädagogen geben. Außerdem gibt es Podiumsdiskussionen zu aktuellen bildungspolitischen Themen und auch viele Konzerte. An der Universität Leipzig findet eine Ausstellung von Musikverlagen, Instrumentenherstellern und Musikalienhändlern statt.

Sorgen der Musiklehrer

Auch über Sorgen der Musikpädagogen wird auf dem Kongress gesprochen. Laut Henno Kröber, Vorsitzender des Verbands Deutscher Schulmusiker und Referent am Sächsischen Bildungsinstitut, gab es nahezu einen Einstellungsstop in Sachsen. Auch gingen mehr Lehrer in den Ruhestand und es mangele an Nachwuchs. Musiklehrer ist Henno Kröber zufolge ein Beruf, den nur wenige ausüben möchten. Das liege auch an der anspruchsvollen musikalischen Ausbildung und hohen Voraussetzungen, wie zum Beispiel einer musikalischen Biografie. Auch sei es ein großes Problem, die frei werdenden Stellen neu zu besetzen und dadurch direkt an vorhandene Musikangebote an Schulen anzuknüpfen.

Die Sicht des Kultusministeriums

Das Kultusministerium sieht keinen dringenden Handlungsbedarf. In Dresden bewertet Manja Kelch vom Kultusministerium die Situation positiv. Ein Mangel an Musiklehrern sei derzeit nicht erkennbar. Es gebe zwar einen Generationenwechsel in der Lehrerschaft, der auch die Musiklehrer betreffe, aber langfristig gesehen sei der Bedarf bei den Fächern Naturwissenschaften und den Fremdsprachen größer. In diesem Jahr wurden nach Angaben des sächsischen Kultusministeriums 200 Lehrer aus anderen Bundesländern eingestellt. Sie kommen hauptsächlich aus Bayern, denn dort würden weniger Kinder geboren und somit gäbe es auch weniger Schüler. Der unterschiedliche Bedarf an Lehrern in den Ländern gleiche den Generationenwechsel innerhalb der Lehrerschaft aus. Spontanen Unterrichtsausfall würde es immer geben, schließlich würden auch Lehrer mal krank. Um dem entgegen zu wirken, sind in diesem Jahr 100 Lehrer über das Programm Unterrichtsversorgung eingestellt worden, wodurch schnell auf Unterrichtsausfall reagiert werden kann. Sachsenweit gibt es aus Sicht des Kultusministeriums keinen Lehrermangel, denn in den Schulen sei jede Lehrerstelle besetzt.

„Alte Lehrer“, neuer Musikunterricht?

Henno Kröber vom Verband Deutscher Schulmusiker kritisiert, dass zwar jede Stelle besetzt sei, dennoch gäbe es insgesamt zu wenig Stellen. Musikunterricht verliere angesichts von Fächern wie zum Beispiel Mathematik oder Geschichte immer mehr an Bedeutung. Auch die vermeintlich klassische Musik könnte, wenn sie im Unterricht richtig behandelt würde, die Schüler packen, vorausgesetzt der Musikunterricht sei praxisnah. Der große Altersunterschied zwischen Lehrerschaft und Schülern spiele dann überhaupt keine Rolle. Der aktuelle Kongress dreht sich auch darum, mit welchen neuen Unterrichtsformen die Schüler für die Musik begeistert werden können.

Ein Fazit

Neben dem festen Programm lenkt der Kongress erneut Aufmerksamkeit auf die Debatte um den Lehrermangel. Zusammenfassend sind wohl auch nach lange geführten Diskussionen und einer ausgiebigen Auseinandersetzung mit dem Thema Lehrermangel in Sachsen ein erneuter Diskurs zwischen Politik und Lehrerschaft sowie ein neuer Ansatz zur Lösung des Problems "Lehrermangel" notwendig.

 

 

 

 

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