Podiumsdiskussion

Umwelt und Natur in Leipzig

Im Rahmen der bevorstehenden Kommunalwahl am 25. Mai fand in der Halle D vom Werk 2 eine Podiumsdiskussion zum Thema „Motorboot versus Eisvogel: Umwelt und Natur in Leipzig zur Wahl“ statt. Dabei war der Eisvogel nur am Rande ein Thema.
Sechs Menschen sitzen auf einer Bühne und diskutieren
Bei der Podiumsdiskussion „Motorboot versus Eisvogel“ diskutierten Vertreter der Parteien über Umwelt und Natur in Leipzig.

Vertreter von ausgewählten Parteien haben sich zusammengefunden um umweltpolitische Themen zu diskutieren. Anwesend waren René Hobusch (FDP), Reiner Engelmann (die Linke), Claus Müller (SPD), Norman Volger (Bündnis90/Die Grünen) und Hartmut Thomas (Piraten). Kurz vor der Veranstaltung hat Hans-Jürgen Raqué von der CDU abgesagt und es war auch kein Vertreter für ihn anwesend. Von dem spärlich anwesenden Publikum wurde das nicht sehr positiv aufgenommen. Anstelle von Raqué las dann ein Zuschauer aus dem Publikum die Antworten auf die bereits vorab geklärten Fragen vor. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Organisation setzt sich verstärkt für den Schutz der Umwelt und Natur in Leipzig ein. So auch im Rahmen der Wahlen. Das Ziel der Veranstaltung war, dass die einzelnen Parteien sich zu umweltpolitischen Themen äußern und die Wähler einen Eindruck von den verschiedenen umweltpolitischen Agenden bekommen. Nicht nur das Auenland und der Eisvogel wurden thematisiert, sondern auch der Nutzen der Umweltzone, Lärmbelästigung durch den Flughafen Leipzig/Halle und die allgemeine Verkehrssituation in Leipzig.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte der BUND zehn Fragen an die beteiligten Parteien geschickt, damit diese sich auf die verschiedenen Themengebieten vorbereiten konnten. Schlussendlich wurden fünf Fragen gezogen, die die Vertreter reihum in zwei Minuten beantworten sollten. Auch der BUND hatte ein Statement zu jeder Frage vorbereitet.

Kostenfreier Nahverkehr?

Ein Themengebiet war die Verkehrssituation in Leipzig. Speziell wurde an dieser Stelle nach der Förderung von öffentlichem Nahverkehr, Rad- und Fußwegen gefragt. Im Grunde waren sich die Parteien einig, dass eine finanzielle Unterstützung dafür sehr wichtig ist. Nur René Hobusch (FDP) sieht diese Frage nicht vornehmlich als Angelegenheit des Stadtrates. Er sagte, vor allem aufgrund der immensen Kosten für neue Radwege, ausgebaute Fußwege und günstigere Straßenbahntickets, sei es jedem freigestellt für welches Fortbewegungsmittel er sich entscheide. Überraschend waren die Ansichten von der Partei die Linke und den Piraten: Beide fordern kostenfreien Nahverkehr. Die anderen Vertreter der Parteien standen dieser Forderung sehr kritisch gegenüber, da auch sie die mögliche Finanzierung für ein solches Vorhaben nicht sehen.

Fleischfreie Ernährung?

Ein weiterer Tagespunkt war die Diskussion um fleischfreie Ernährung. Vor allem Norman Vogler (Bündnis90/Die Grünen) hat sich für dieses Thema stark gemacht, da seine Partei mit Projekten wie dem „Veggie-Day“ schon seit Jahren für fleischärmere Ernährung kämpft. Als Gegenargument nannten sowohl die FDP als auch die Linken, dass die Verarbeitung und der Vertrieb von Fleisch ökonomische Vorteile hätte, auf die man nicht so einfach verzichten könne.  Der Vertreter der Piraten findet vor allem, dass es nicht Aufgabe des Stadtrates ist, über die Ernährungsweise der Bürger zu bestimmen. Der BUND sprach sich für eine fleischfreie Ernährung aus.

Energiegewinnung durch Braunkohle?

Das brisanteste Thema des Abends war der Umgang mit Braunkohle. Vornehmlich waren sich die Parteien einig, dass die Energiegewinnung durch Braunkohle keine endgültige Lösung ist. Bündnis90/Die Grünen plädierte auf eine sofortige Schließung von Braunkohlewerken sowie die Einstellung der Nutzung des Rohstoffs zur Energiegewinnung. Vielmehr solle die Stadt erneuerbare Energien fördern. Reiner Engelmann (die Linke) führte die Stadtwerke Leipzig als Argument an, da diese keine Energie aus Braunkohle beziehe. Die anderen Parteien sehen weiterhin die Relevanz von Braunkohle, da diese auch aus finanziellen Gründen zurzeit noch notwendig sei.

Ergebnisse?!

Die Podiumsdiskussion „Motorboot versus Eisvogel: Umwelt und Natur in Leipzig zur Wahl“ hat den Bürgern eine Möglichkeit gegeben, Meinungen der Parteien zu umweltpolitischen Fragen kompakt zu erfassen. Sicherlich ist die ausschweifende Meinungsausführung in zwei Minuten nicht möglich gewesen, daher haben die Zuhörer nur einen Überblick bekommen. Einige wichtige Themen, wie die Zukunft des Auenlandes, sind dabei ein wenig zu kurz gekommen. Vorab war es interessierten Zuschauern möglich Fragen per Zettel an die Vertreter der Parteien zu stellen. Von den eingesammelten Fragen wurden einige im Anschluss des vorbereiteten Programms gestellt. Auch wenn der BUND die Veranstaltung als informativen und interessanten Ausgangspunkt für die anstehenden Wahlen sieht, hatte der Verein auf eine vermehrte Anwesenheit seitens der Bürger gehofft.

Moderator Mike Herbstreuth im Gespräch mit mephisto 97.6 Reporterin Carina Fron, die bei der Podiumsdiskussion dabei war
Podiumsdiskussion BUND
 

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