Die Kolumne

Mittagsschlaf in der Marienkäfergruppe

Politiker, die die Demokratie jetzt nicht mehr so richtig untergraben dürfen, Eltern, die das Geld bekommen, das ihnen zusteht und Journalisten im Schockzustand: Können wir bald nicht mehr über Legida und Co. berichten? Die Kolumne hat sie alle.
Die Kolumne wird nicht auf der Schreibmaschine geschrieben. Aber so ein Retro-Symbolbild hat doch was, oder!?

Paula Drope über Politiker aus unserer Mitte, ein bisschen Kleingeld und "diesen Osten":

Mittagsschlaf in der Marienkäfergruppe - die Kolumne von Paula Drope
Mittagsschlaf in der Marienkäfergruppe - die Kolumne von Paula Drope

Die Stadt Leipzig muss rund 15.000 Euro Schadensersatz an drei Familien zahlen, weil die nicht rechtzeitig einen Kitaplatz für die Kinder bekommen hatten. Richtig so?

Ich bin ja kein Jurist, aber das klingt erst mal richtig so. Dass es seit 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz gibt, kam nicht aus heiterem Himmel. Auch wenn die Stadt immer noch wie ein unbetreutes Kind rumheult und eben genauso tut. Und auf diese Klage wiederum könnten jetzt ja viele weitere Klagen folgen. Auch das finde ich erst mal richtig so. Vielleicht ist das ja der Anstoß, mal einen Zahn zuzulegen. Denn eines ist so sicher wie der der Mittagsschlaf in der Marienkäfergruppe: Das kann sich die Stadt auf keinen Fall leisten!

Kolumnistin Paula Drope hat mal Geige gespielt, mag keine Vögel und tut sich schwer eine dritte Aussage über sich zu treffen.

Die Karenzzeit für Politiker ist auf den Weg gebracht. Künftig dürfen die nicht sofort in die Wirtschaft wechseln. Bei einem Interessenkonflikt müssen sie jetzt zwölf Monate warten. Wurde auch Zeit, oder!?

Kann man sagen. Nachdem Niebel, Pofalla und Co. ihre Schäfchen ja schon ins Trockene gebracht haben, finde ich es gut, wenn zukünftige Schäfchen jetzt erst mal noch ne Weile durchnässen, bevor es in den warmen Stall der deutschen Wirtschaft geht. Aber 12 Monate oder meinetwegen 18 sind immer noch ganz schön wenig. Und wer in den letzten Tagen als Entsandter des Volkes einem freundlichen Großkonzern einen noch freundlicheren Gefallen getan hat, der wird sich auch noch nach dieser Zeit seine Belohnung abholen. Helfen würde vielleicht, wenn Politiker wirklich aus unserer Mitte wären. Lehrer, Postboten oder vielleicht Kellner!? Aber ich verstehe Sie schon. Die würde ich ja auch nicht wählen!

Legida findet den Freitag doch nicht so gut zum Demonstrieren und läuft heute nicht. Überhaupt zerlegen sich Legida, Pegida und so weiter gerade selbst. Wie reagierst du darauf?

Panisch. Wie jeder andere Journalist in Ostdeutschland wohl auch. Sollte es wirklich schon vorbei sein? Wenn die letzten Gedanken über besorgte Bürger, fremdenfeindliche Ressentiments und "diesen Osten" veröffentlicht sind, fallen wir hier noch tiefer als ins Sommerloch. Werden die Titelseiten dann wohl doch wieder von fehlenden Kitaplätzen und Politikern, die die Demokratie untergraben, bestimmt sein!? Grausame Vorstellung!

Und nächste Woche?

Ist alles wieder beim Alten. Pegida und Legida teilen sich dann eine Parkbank mit Ebola und der FDP und vielleicht werfen ihnen ein paar mitleidig schauende Journalisten ein bisschen Kleingeld zu.

 

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