Lehrermangel

Mit Stipendium in die Pampa

Jeden Monat 300 Euro für Lehramtsstudenten - das verspricht das Sachsenstipendium. Gegenleistung? Die jungen Pädagogen verpflichten sich für mindestens vier Jahre, an einer Schule in Ostsachsen zu unterrichten. Klingt erst mal gut...
600.000 € sollen für das Sachsenstipendium eingesetzt werden

Brunhild Kurth, sächsische Kultusministerin, will 600.000 Euro nehmen, in einen großen Topf packen und dann bereitwillig an junge Studenten verteilen, die dafür eine Lehrerstelle auf dem Land annehmen. Die 600.000 Euro stehen zumindest auf ihrer Wunschliste für den Doppelhaushalt 2015/16. Der Haken an der Sache? Rechnet man nach, dann reicht das Geld für 83 Studenten und auch da nur für jeweils vier Semester.

Serviceplus in Ostsachsen

In vier Semestern zum Staatsexamen ist unmöglich und die 1500 benötigten Stellen pro Jahr werden die 83 Stipendiaten auch nicht ausfüllen können. Neben Geld bieten die Landkreise zwischen Vogtland und Görlitz aber auch noch ein Serviceplus. Einen Kitaplatz, einen Job für den Lebenspartner, eine Wohnung oder gleich günstiges Bauland – die Landkreise tun viel, um junge Absolventen zu locken.

Lehrermangel unausweichlich

In den Jahren bis 2020 geht rund ein Drittel der jetzigen Lehrer in Rente, über 9000 Stellen werden frei. Und auch danach ist noch lange nicht Schluss: Bis 2030 gehen 75 Prozent des aktuellen Kollegiums in Rente. Vor allem für naturwissenschaftliche Fächer gehen dann die Lehrer aus. Einen Anreiz, der das sächsische Bildungssystem als Arbeitgeber wieder attraktiver machen könnte, ist der Beamtenstatus. Nach der Wahl im August werde man auch darüber nachdenken müssen, sagte Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums.

Moderatorin Susi Kraft im Gespräch mit Redakteur Ludwig Bundscherer
 
 

Kommentieren

Ludwig Bundscherer
24.07.2014 - 20:00