GameCheck: "God of War"

Mit Bart und Axt gegen die Götter

Acht Jahre sind seit "God of War III" vergangen, dem letzten Hauptteil der Serie. Eine lange Zeit die Fans warten mussten, um den Antihelden Kratos wiederzusehen. Doch jetzt ist er endlich zurück und das Comeback kann sich sehen lassen.
God of War
Vater sein ist nicht leicht

Eigentlich war er ja im Ruhestand...

God of War

Mit dem vierten Teil der "God of War"-Reihe – das zugleich ein Soft Reboot darstellt – kehrt der Gott Kratos auf die Spielerbildschirme zurück. Allerdings eher unfreiwillig. Der Gott hat nämlich griechische gegen nordische Mythologie getauscht und sich in Midgard zur Ruhe gesetzt, um eine Familie zu gründen und sich einen stattlichen Bart wachsen zu lassen. Doch natürlich kann der Frieden nicht anhalten. Denn der Tod von Kratos‘ Frau lässt ihn nicht nur allein mit seinem Sohn Atreus zurück. Der erste übernatürliche Gegner wartet auch nicht lange damit, an die Tür zu klopfen. Und so muss Kratos nun nicht nur den höchsten Gipfel erklimmen, um die Asche seiner Frau zu verstreuen, sondern auch reichlich Monster bekämpfen und ganz nebenbei auch noch lernen wie man ein guter Vater ist.

Dabei liegen die Stärken der Story besonders in den subtilen Momenten. Wenn Kratos die Hand hebt, um seinen Sohn in den Arm zu nehmen, nur um sie dann unverrichteter Tat sinken zu lassen. Oder wenn er schroff mit Atreus umgeht, weil er sich seiner eigenen Vergangenheit schämt und will, dass der Junge es besser macht.

Leviathanaxt komm zu mir!

God of War

Aber natürlich geht es in "God of War" nicht nur um die liebevolle Story, sondern auch ums Kämpfen. Zwar hat Kratos seine charakteristischen Chaosklingen (und damit das schnelle Hack and Slash Gameplay) gegen die magische Leviathanaxt getauscht, aber damit macht das Metzeln nicht weniger Spaß. Mit schnellen oder kräftigen Attacken kann der Gott seine Gegner zerlegen und mit einem ausfahrbaren Schild mit gutem Timing blocken und parieren. Sind die Gegner einmal weiter weg, kann Kratos die Axt auch gezielt werfen, denn sie macht brav beifuß und kommt auf Kommando zurück. Wem das nicht genug reinhaut, der kann die Axt auch mal wegstecken und mit den Fäusten auf Monster einschlagen. Das bringt diese dann nämlich ins Taumeln, damit Kratos sie greifen und entzwei reißen kann. Ja, es sieht genauso brutal und spektakulär aus wie es klingt. Auch Sohn Atreus hilft fleißig beim Kämpfen. Ist er anfangs noch etwas schwächlich und kann Gegner mit seinen Pfeilen eher ablenken, wird er im Verlauf der Story zu einer wahren Hilfe im Kampf.

Spieler können die im Kampf gesammelten Erfahrungspunkte nämlich ausgeben, um Kratos und seinem Sohn neue Fähigkeiten beizubringen. So kann Kratos Gegner mit seiner Axt einfrieren oder einen brutalen Spaltaxtangriff durchführen.

Eine wunderschöne Welt

In der Welt von Midgard gibt es einiges zu entdecken. Zwar bietet das Spiel keine komplett offene Spielwelt (besonders am Anfang ist es eher linear), aber in vielen Ecken lassen sich Schätze oder Collectibles wie Schreine finden, die dann gleich noch etwas über die Mythologie der Welt offenbaren. Und wenn die Spielwelt so unglaublich schön und liebevoll gestaltet aussieht wie in "God of War", macht das Erkunden auch Spaß.

God of War

Anders als in den Vorgängerteilen schauen Spieler Kratos dabei die ganze Zeit über die Schulter, denn sichtbare Schnitte gibt es nicht. Das kann irritierend sein, wenn man einmal darauf achtet, die meiste Zeit schafft dieser Trick es aber die Geschichte immersiv aus der Sicht von Kratos zu erzählen.

Fazit

Kratos mag zwar älter und bärtiger geworden sein, doch er kann immernoch ordentlich zuschlagen. Der vierte Teil der "God of War"-Reihe ist für alteingesessene Fans genauso geeignet wie für Neueinsteiger – dafür sorgt auch das neue Setting. Es verbindet eine liebevolle und nuanciert erzählte Story mit einem ausgeklügelten Kampfsystem und einer wunderschönen Welt. Jedes einzelne dieser Elemente macht es Wert, dieses Spiel zu erleben – zusammen erschaffen sie das beste God of War Spiel seit langem.

God of War
 

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Eleen Reinke
26.07.2018 - 10:07
  Games

"God of War" erscheint exklusiv für die PS4.