Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Mehrweg statt Einweg

Pappbecher für Kaffee gehören zum alltäglichen Stadtbild. Dass diese die Umwelt verschmutzen und viel Müll verursachen, wird oft vergessen. Um für mehr Nachhaltigkeit beim Kaffeetrinken zu sorgen, denkt die Stadt Leipzig über Mehrwegbecher nach.
Ein Werbeschild für nachhaltige, wiederverwendbare Kaffeebecher
Ein Werbeschild für nachhaltige, wiederverwendbare Kaffeebecher

Laut Deutschem Kaffeeverband werden jährlich rund 6, 4 Kilogramm, also circa 165 Liter Kaffee pro Kopf getrunken. Schätzungsweise wird jede vierte Tasse außer Haus, also "to-go" konsumiert. Da die meisten Cafés ihren Kaffee-zum-Mitnehmen in Pappbechern verkaufen, fällt so auch eine Menge Müll an. Dieser landet häufig neben den Mülleimern, auf der Straße und in Grünanlagen. Laut der Deutschen Umwelthilfe bedeutet dies, dass jährlich rund drei Milliarden Einwegbecher verbraucht und weggeworfen werden.

Freiburgs Cup-Coup

Die baden-württembergische Stadt Freiburg hat sich nun eine Lösung für das Pappbecherproblem einfallen lassen und in die Tat umgesetzt. In bisher 16 Cafés werden fortan neben den gängigen Pappbechern 5000 abwaschbare Mehrwegbecher angeboten. Gegen einen Pfand von einem Euro erhalten Kunden diesen wiederverwendbaren Becher. Dieser sogenannte "FreiburgCup" kann bis zu 400 mal in der Spülmaschine gewaschen werden und soll so die Verwendung der Pappbecher reduzieren. Nach Benutzung können die Cups in allen teilnehmenden Cafés wieder abgeben werden. Die Stadt Freiburg hofft, dass dieses Prinzip bei den Kunden erfolgreich ankommt und so die hohe Müllmenge vermieden werden kann. Der Deckel jedoch bleibt aus hygienischen Gründen ein Einwegprodukt zum Wegwerfen.

Kunststoff mit Papptarnung

Die meisten Pappbecher sind von der Innenseite mit Kunststoff überzogen. Demnach dürfen sie nicht mit Altpapier entsorgt werden, sondern im Restmüll. Dementsprechend sind Pappbecher auch in Bezug auf die Gesundheit bedenklich, denn sie enthalten häufig Weichmacher oder andere Gifte. Diese können vom menschlichen Körper nur langsam bis gar nicht abgebaut werden. Durch die Hitze und den Fettgehalt des Kaffees könnten sich die Kunststoffe der Innenseite jedoch besonders gut auflösen und so in den Organismus gelangen.

Leipzig macht mit

Aus den bisher genannten gesundheitlichen und umweltschützenden Gründen interessieren sich neben Freiburg auch andere deutsche Städte für das Mehrwegbecherkonzept. So startete beispielsweise Tübingen die Initiative "Tü-Go", die Städte Berlin und Rosenheim planen Ähnliches. Auch Leipzig interessiert sich für dieses nachhaltige Projekt. Die Grünen wollten bereits vor einem Jahr die Mehrwegbecher einführen, doch das Vorhaben scheiterte an der Mitarbeit der Leipziger Cafés und Bäckereien. Nun wird der Leipziger Stadtrat erneut zu diesem Thema abstimmen. Kommt es zu einer Befürwortung, hängt es erneut von der Überzeugung der Cafés ab.

Weitere Informationen zu den Mehrwegbechern in Leipzig hat mephisto 97.6-Redakteurin Sarah Emminghaus:

Ein Beitrag von mephisto 97.6-Redakteurin Sarah Emminghaus
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