Landtagswahl 2014

Mehr Transparenz bei den Kandidaten

Wer sind eigentlich die Kandidaten, die als unsere Vertretung in den Landtag einziehen wollen? Sie lächeln von Plakaten, aber vertreten sie auch meine Interessen? Die Website abgeordnetenwatch.de schafft Transparenz und Austausch.
Wer sind diese Leute eigentlich wirklich?!

Gerade in der Stadt wissen viele nicht, wer die einzelnen Menschen sind, die da von den Wahlplakaten herunterlächeln und um des Wählers Stimme buhlen. Welche Ansichten vertreten sie? Wie stehen sie zu bestimmten Problemen und setzen sie sich auch wirklich für meine Überzeugungen ein? Fragen, die vor der Wahl eigentlich nur ein Gespräch mit den Kandidaten klären würde – und das ist meistens ja gar nicht so leicht. Die Website abgeordnetenwatch.de macht es möglich. Hier können die Wähler ihren Kandidaten Fragen stellen und die antworten dann auch. Das soll vor allem mehr Transparenz schaffen. Wie genau das funktioniert, erklärte Roman Ebener von abgeordnetenwatch.de im Interview mit mephisto 97.6. Er ist dort zuständig für regionale Projekte und damit auch für die Landtagswahl in Sachsen.

mephisto 97.6: Sie wollen mit der Website mehr Transparenz für die Bürger schaffen, das vermutet man schon bei dem Titel - Abgeordnetenwatch. Wie bewerkstelligen Sie das?

Roman Ebener: Wir haben im Vorfeld der Wahl alle Direktkandidaten recherchiert und bieten die Möglichkeit, dass sich jeder ganz einfach da beteiligen kann, indem man eine Frage stellt. Das ist sozusagen die Urfunktion von Abgeordnetenwatch. Es geht darum, Fragen an die Politiker zu stellen. Diese Fragen und die Antworten sind öffentlich auf der Seite und das schafft wirklich Transparenz, man kann sich im Wahlkampf informieren, was einem persönlich auf dem Herzen liegt. Vielleicht kennt man diese Wahlsendungen, in denen dann ganz oft irgendwelche Fragen gestellt werden, aber die Fragen, die einen selber interessieren, sind vielleicht gar nicht dabei und das kann man dann bei Abgeordnetenwatch nachholen und andere Leute können sich das dann eben auch anschauen.

mephisto 97.6: Also, die Wähler können direkt Fragen an die Kandidaten und Abgeordneten für und aus ihrem Wahlkreis stellen. Mal für den Raum Leipzig gesprochen: Was bewegt die Wähler hier in Bezug auf die anstehende Landtagswahl?

Roman Ebener: Das Tolle an Abgeordnetenwatch ist, dass die Bandbreite an Fragen sehr groß ist. Da ist wirklich alles dabei - also sowohl Schule als auch Grundeinkommen und natürlich auch Konflikte, also wie jetzt zum Beispiel der Ukrainekonflikt, auch wenn das kein direktes Landesthema ist. Das bewegt die Wählerinnen und Wähler natürlich. Genau dazu werden dann auch die Fragen gestellt.

mephisto 97.6: Wenn man jetzt mal vergleicht, wie das Portal in der Stadt angenommen wird, im Vergleich zu ländlichen Gebieten, was fällt da auf? Wird das gleich viel angenommen oder gibt es da ein Gefälle?

Roman Ebener: Grundsätzlich sind Städte für uns immer ein interessanteres Feld, weil da die Leute - ich weiß nicht, warum das so ist - aber definitiv mehr solche Plattformen nutzen. Vielleicht liegt es daran, dass man auf dem Land doch eher mal zusammenkommt, mit dem Politiker. Aber vielleicht auch einfach daran, dass eine höhere Bevölkerungsdichte eine höhere Anonymität schafft, was wir mit dem Portal dann natürlich ein bisschen beseitigen können. Wenn man dann mal die Gelegenheit bekommt, sich noch mal ganz in Ruhe mit den Kandidaten auseinanderzusetzen.

mephisto 97.6: Sie bringen aber auch selbst Fragen mit ein, von denen Sie glauben, dass es die Bürger interessieren könnte. Die letzte große Recherche war zum Beispiel zu den Nebeneinkünften der Abgeordneten im Bundestag - welche Recherchen haben Sie für Sachsen laufen, oder planen Sie?

Roman Ebener: Als kleines Team müssen wir uns natürlich konzentrieren und für Sachsen haben wir jetzt konkret keine Recherche laufen. Sobald wir natürlich Hinweise für ein spannendes Thema bekommen, würden wir dem auf jeden Fall nachgehen. Und die Themen, die wir auf Bundesebene betreiben, betreffen letztlich ja auch Sachsen. Wenn sich zum Beispiel auf Bundesebene durchsetzt, was wir fordern, dass die Abgeordneten transparenter mit ihren Nebeneinkünften umgehen müssen, dann könnten sich auch die Abgeordneten aus Sachsen sich davor nicht verstecken, sondern müssten dann ebenfalls offener damit umgehen.

mephisto 97.6: Zum Schluss noch mal jetzt noch mal anders herum gefragt: Was fällt denn bei den Leipziger Kandidaten auf?

Roman Ebener: Bei den Leipziger Kandidaten fällt auf, dass die meisten ihre Fragen, die sie bekommen haben, relativ schnell beantworten. Grundsätzlich ist auch spannend, dass eigentlich alle Parteien mitmachen. Man kann aber auch sagen, dass Leute, die in der Stadt schon bekannt sind, weil sie eben schon Abgeordnete sind, auch mehr Fragen bei uns bekommen und dann auch mehr Antworten geben können.

 

mephisto 97.6 - Redakteurin Paula Drope im Gespräch mit Roman Ebener von Abgeordnetenwatch.
Abgeordnetenwatch
 

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