Leipziger Osten

Mehr Freiraum für Freigeister

Morgen findet rund um die Eisenbahnstraße das Freiraumfestival statt. Über 20 Projekte und Initiativen machen mit verschiedenen Aktionen auf kulturelle Nischen im Leipziger Osten aufmerksam. Diese Freiräume werden aber immer weniger.
Plakat für das Freiraumfestival
Leerstehende Flächen: Im Leipziger Osten gehört das zum Stadtbild

Zwar gibt es noch viele Freiräume im Leipziger Osten, jedoch werden es immer weniger. Räume, die im letzten Jahr noch zur Verfügung standen, sind nun vermietet , werden in naher Zukunft vermietet oder verkauft. Trotzdem bewarben sich wieder diverse Initiativen, Vereine, Künstler, Gewerbetreibende oder engagierte Bürger, die ihre geschaffenen Freiräume im Viertel der Öffentlichkeit präsentieren wollen.

Was Freiraum ist und welche Bedeutung er für die Bürger im Leipziger Osten hat, hören Sie hier:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Nicole Frank
Freiraum

Dieses Jahr organisieren das Japanische Haus und das Quartiersmanagement des Leipziger Ostens das Freiraumfestival. Für das diesjährige Festival haben sich über 20 Akteure zusammengeschlossen, die sich rund um die Eisenbahnstraße zwischen 11 und 22 Uhr den Bürgern vorstellen. Auf geschaffene Freiräume hinzuweisen und sie sichtbar zu machen - das ist das Ziel des Freiraumfestivals.

Wo ist das Festival?

Geografisch gesehen spielt sich das Ganze rund um die Eisenbahnstraße zwischen dem Gemeinschaftsgarten „Querbeet“ in der Neustädter Straße und dem alternativen Wohnprojekt „SchönerHausen“ im Bühlowviertel ab.  Weiter nördlich in der Gorkistraße stellt „Kopfsalat“ – ein freies Forum für Literatur und Kunst – eine OpenWall auf, worauf Kunstschaffende sich ausleben können. Das Forum sich das erste Mal auf dem Freiraumfestival vorstellen. Ziel ist es, ab Oktober regelmäßig  Veranstaltungen anzubieten. Ein Mietvertrag gäbe es jedoch noch nicht - nur eine mündliche Zusage. Eine Unsicherheit, die bei der Realisierung kultureller Nischen im Leipziger Osten oft mitschwingt.

 

 

Es gibt ein paar Projekte, die zwar auf dem Veranstaltungsplan aufgelistet sind, jedoch am Samstag schon gar nicht mehr dabei sein können. Wie zum Beispiel die Pilotenküche. Neben dem Studio in der Spinnereistraße, hatte die Künstlerresidenz auch ein Studio in der Schulze-Delitzsch-Straße betrieben. Dieses musste laut dem Koordinator Martin Holz nun geräumt werden. „Hoffnungen und kreative Potentiale der heutigen Generation werden schamlos ausgenutzt“ appelliert Holz. „Viele Alternativen werden einfach aus dem Viertel verdrängt." Er fügt hinzu, dass diese Entscheidung rechtlich überprüft werde und sich die Pilotenküche zu den Gründen des Auszugs noch äußern wird. Das Studio im Leipziger Westen wird es aber weiterhin geben.

Yu Othani und Noriko Minkus vom Japanischen Haus ist Freiraum sehr wichtig. Für sie gilt, diesen langfristig zu erhalten. Und das ginge nur, indem sich alle Projekte und Initiativen im Viertel zum Beispiel auf dem Freiraumfestival sichtbar machen. Minkus betont, dass nicht jeder Akteur für sich handeln soll. Sinn des Festivals ist es, dass sich alle Beteiligten miteinander vernetzen. Umso schwerer werde es in Zukunft, sie wieder aus dem Stadtbild herauszulösen. Die Situation im Viertel ändere sich ständig, betont Minkus. Wie der Fall der Pilotenküche zeigt. 

 

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