Kriminalität

Mehr Diebstähle auf Leipzigs Baustellen

Leipzigs Wachstum sorgt für zahlreiche Baustellen in der Stadt. Doch wo gehobelt wird, fallen nicht nur Späne, da wird auch geklaut. Für Bauunternehmen ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer.
Leipzigs Baustellen sind ein Eldorado für Langfinger.

Nach Angaben des Bauindustrieverbands Sachsen/Sachsen-Anhalt wurde auf sächsischen Baustellen im vergangenen Jahr Diebesgut im Wert von 3,5 Millionen Euro erbeutet. Das ist im Vergleich zum Vorjahr zwar nur ein Zuwachs um knapp ein Prozent aber der tatsächliche Schaden bei den Bauunternehmern ist wesentlich höher.

Höherer Gesamtschaden

Denn in der Statistik werden weder die durch den Einbruch entstandenen Sachschäden an Gebäuden, noch die dadurch verursachten Ausfallzeiten oder die notwendigen Wiederbeschaffungskosten berücksichtigt. Der Bauindustrieverband geht daher von einem jährlichen Gesamtschaden in Höhe von rund 40 Millionen Euro aus.

Spitzenreiter Leipzig

Knapp die Hälfte aller in Sachsen registrierten Baustellendiebstähle wurde in der Messestadt verübt. Einen der Gründe für die Spitzenreiterposition Leipzigs sieht der Verband im regen Baugeschehen in der Stadt. Besonders beliebt sind bei den Langfingern große Baugeräte, also zum Beispiel Radlader und LKW.

Schwerpunkt am Tag

Anders als man vielleicht denken mag, schlagen die Diebe meist nicht im Schutz der Dunkelheit zu. Laut Lukas Kerske vom Bauindustrieverband wird vor allem tagsüber auf den Baustellen geklaut.

Da kommen Personen auf die Baustelle, auch in der Berufsbekleidung und entwenden Baumaterialien und Baumaschinen, da sich natürlich auch viele Arbeitnehmer auf einer Baustelle konzentriert haben.

Lukas Kerske | Bauindustrieverband Sachsen/Sachsen-Anhalt

Für die Bauarbeiter sei dadurch schwer einzuschätzen, wer tatsächlich auf der Baustelle arbeitet und wer sich nur auf einem Diebeszug befindet.

Zahlreiche Gegenmaßnahmen

Um sich gegen Diebstähle zu schützen, griffen Bauunternehmen vermehrt auf private Sicherheitsdienste zurück. Auch die mobile Baustellenüberwachung rücke vermehrt in den Fokus, beispielsweise durch eine GPS-Verfolgung der Baufahrzeuge. Eine weitere Möglichkeit sei, die Fahrzeuge nur noch mit so viel Treibstoff zu betanken, wie für den Tag benötigt wird. Dadurch werde die Flucht der Täter erheblich erschwert. Trotzdem wünscht sich der Verband auch von Seiten der Polizei mehr Unterstützung.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Redakteurin Johanna Honsberg mit Moderator Manuel Anhut.
2504 Baustellendiebstähle
 

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Thomas Tasler
25.04.2018 - 17:48