Entwicklung des Arbeitsmarkts

Mehr Arbeitslose in Leipzig

Die Bundesagentur für Arbeit in Leipzig hat die Zahlen für den Arbeitsmarkt im Februar 2021 veröffentlicht. Ein guter Zeitpunkt, um nach einen Jahr Corona-Krise mal Bilanz zu ziehen - Was hat sich verändert?
Agentur für Arbeit
Agentur für Arbeit

Die Corona-Krise hat die Situation des Arbeitsmarkts ganz schön auf den Kopf gestellt. Die Geschäfte mussten schließen, Unternehmen sind insolvent gegangen und viele Menschen haben ihren Job verloren. In Leipzig ist die Anzahl der Arbeitslosen mit rund 26.400 sogar höher als in den letzten 5 Jahren und liegt damit bei 8,3%. Dagegen liegt die Arbeitslosenquote im ganzen Bundesland Sachsen “nur” bei 6,6%.

Ein Grund dafür ist, dass die Branchenstruktur in Leipzig eine andere ist als im Land Sachsen: Besonders der Kulturbereich ist nämlich stark vertreten, also Gastronomie, Hotellerie, Tourismus usw. Allerdings gibt es in Leipzig auch eine hohe Anzahl an Selbstständigen, z. B. Dozendierende, die nicht für Kurzarbeitergeld in Frage kommen und damit in die Arbeitslosenstatistik fallen. 

Kurzarbeit rettet vor Arbeitslosigkeit

Mit dem Kurzarbeitergeld sind viele Menschen vor der Arbeitslosigkeit bewahrt worden und die Unternehmen haben ihre Mitarbeitenden nicht verloren. Seit des ersten Lockdowns im März 2020 haben in der Agentur für Arbeit 6.322 Leipziger Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Im Vergleich: Ein Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum nur 13 Unternehmen. 

Kurzarbeit ist zwar teuer, aber Arbeitslosigkeit mit den ganzen Folgewirkungen wäre viel viel teurer.

Hermann Leistner, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Leipzig

Der Höhepunkt der Anzeigen war im April 2020. Insgesamt haben aber 51.000 Menschen Kurzarbeitergeld bekommen und wurden damit vor der Arbeitslosigkeit gerettet. Im Hochsommer hat die Anzahl der Empfänger von Kurzarbeit wieder abgenommen, aber seit dem zweiten Lockdown wächst die Zahl wieder an.

Hätten wir die Kurzarbeit in Deutschland nicht, dann wären noch 1 bis 2 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos geworden.

Hermann Leistner, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Leipzig

Positives in der Krise

Dennoch gab es dieses Jahr auch erfreuliche Entwicklungen am Arbeitsmarkt. So ist beispielsweise der Umsatz des Einzelhandels so hoch wie noch nie in den letzten Jahren. Das liegt daran, dass sich der Handel digitalisiert hat und der Online-Markt zurzeit boomt. Außerdem gab es einen starken Beschäftigungsaufbau im Bereich der Pflege und Gesundheit sowie auch in der Informatik und Erziehung. 

Der Blick in die Zukunft

Teilweise konnte die Arbeitslosigkeit sogar schon vor dem zweiten Lockdown abgebaut werden. Dementsprechend wird die Arbeitslosigkeit wahrscheinlich mit den zukünftigen Lockerungen wieder abnehmen. Hermann Leistner von der Agentur für Arbeit schätzt die Lage folgendermaßen ein:

Also diese zusätzliche zwei Prozent abzubauen, das wird 1 bis 2 Jahre dauern. Aber es wird in diese Richtung gehen und wir werden nicht in dauerhafter, höherer Arbeitslosigkeit verharren. Der Trend geht nach unten, davon bin ich überzeugt.

Hermann Leistner, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Leipzig

Spätestens 2022 wird man also hoffentlich wieder auf dem Niveau zurück sein, auf de es am Anfang letzten Jahres war.
 
 

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