Grundschule am Rabet

Massive Kritik an Schulleiterin

Will man sich über einen Lehrer beschweren, geht man zum Schulleiter. Doch was tun, wenn man Probleme mit der Schulleitung hat? Die Eltern der Kinder der Grundschule am Rabet haben sich an den Ministerpräsidenten gewendet. Aber warum eigentlich?
Schulsozialarbeiter beraten und betreuen Schüler bei Fragen, die außerhalb des Unterrichts entstehen.

Kinder, die sich gegenseitig schlagen, verhaltensauffällige Schüler, die andere demütigen und terrorisieren – solche Probleme sind an vielen Schulen keine Seltenheit. Zur Unterstützung von Konflikte im Schulalltag gibt es heute vielerorts Schulsozialarbeiter. Sie beraten einzelne Kinder, betreuen ganze Klassen und bieten vielfältige Angebote für die Schüler an, beispielsweise zur Gewaltprävention. 

Schulsozialarbeit ist unerlässlich

Besonders an Schulen in sozialen Brennpunkten ist ihre Arbeit sehr wichtig. So eine Schule ist auch die Grundschule am Rabet in der Leipziger Eisenbahnstraße. Dort lernen zurzeit 236 Schüler, viele von ihnen habe einen Migrationshintergrund oder kommen aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien. Konflikte scheinen vorprogrammiert. Daher ist Schulsozialarbeit auch unerlässlich, meint Uwe Krüger vom Förderverein der Grundschule am Rabet:

An einer Grundschule mit 60 Prozent Migrantenanteil und mit so vielen sozialen Konflikten in der Schülerschaft braucht man einfach Schulsozialarbeit, weil hier sozusagen auf die Bedürfnisse der Kinder nochmal abseits von Noten und Leistungen einfach eingegangen werden kann.

Uwe Krüger vom Förderverein der Grundschule am Rabet

Massive Kritik an Schulleiterin

In der Grundschule am Rabet gibt es eine solche Sozialarbeit zur Abfederung von Problemen schon seit Längerem nicht. Die zuständige Schulsozialarbeiterin ist seit Anfang des Jahres erkrankt, einen Ersatz gibt es bisher nicht. Der Elternrat der Schule vermutet, dass die Erkrankung der Sozialarbeiterin "in direktem Zusammenhang mit ihren Arbeitsbedingungen an der Schule und dem Führungsstil der Schulleiterin steht“. Mit dieser gibt es demnach schon lange Probleme. Der Elternrat wirft ihr absolut ungenügendes Konfliktmanagement und offensichtliche Überforderung vor. So würde sie sich beispielsweise nicht um Prügelopfer kümmern, sondern ihnen empfehlen die Schule zu wechseln.

Unterstützung vom Ministerpräsidenten?

Die gravierenden Missstände an der Grundschule hatte die Elternschaft schon im Frühjahr 2014 gegenüber der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig (SBAL) beklagt. Daraufhin moderierte die SBAL ein halbes Jahr lang ein Gespräch über die Probleme an der Schule. Doch der Prozess verlief im Sand; die Eltern betrachteten ihn als gescheitert. Die Kommunikation mit der Schulleitung hätte sich nicht verbessert, sondern im Gegenteil sogar wesentlich verschlechtert.

Daher haben die Eltern der Schüler sich nun an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich gewendet. In einem offenen Brief bitten sie um Unterstützung und fordern, dass die Grundschule "unverzüglich eine neue, fähige Schulleitung bekommt“. 

 

Ein Beitrag von Magnus Folten
 
 

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