Fecht-WM

Mannschaft beklagt die Sicherheitslage

Die Fecht-WM, in der Arena-Leipzig ist seit gestern vorbei. Jetzt kommen überraschende Meldungen von der ungarischen Mannschaft, die sich in Leipzig offenbar überhaupt nicht wohlgefühlt hat.
Auch bei der Fecht-WM war die Arena Leipzig gut gefüllt.

Während der Fecht-WM, in der Arena Leipzig von vergangener Woche bis gestern wohnte die ungarische Fechtmannschaft im Seaside Park Hotel am Hauptbahnhof. Dort ist es immer ein bisschen trubelig und lauter als an anderen Orten der Stadt - doch das, was man jetzt hört, geht weit über das Übliche hinaus: Gábor Boczkó von der ungarischen Mannschaft wird in mehreren ungarischen Medien folgendermaßen zitiert: Die Sportler hätten sich nicht ausschließlich auf die Wettbewerbe konzentrieren können, weil es vor dem Hotel ständig Ruhestörungen gegeben habe. Diese seien wahrscheinlich von Migranten verursacht worden. Die Mannschaft sei wegen der Sicherheitslage nur in Gruppen und nicht nachts nach draußen gegangen.

In Leipzig stieß diese Meldung heute auf Verwunderung. Sprecher der Stadt, Matthias Hasberg, war verwundert.

Ich habe das gelesen, dass es in den ungarischen Medien wohl diesen einen Bericht eines Sportfunktionärs gegeben hat. Mit deutlichem Kopfschütteln. An diesen Vorwürfen, die dort geschildert werden, ist nichts, aber auch wirklich gar nichts dran.

Stadtsprecher, Matthias Hasberg

Auch im Seaside Park Hotel sorgten Boczkós Aussagen für Verwunderung. Der Direktor des Hotels, Michael Lehmann, sagte mephisto 97.6, er wisse von keinem der geschilderten Vorfälle. Es habe auch keine Beschwerden der ungarischen Mannschaftsteilnehmer gegeben.

Wer missbraucht die Heckenschere?

Neben den Ruhestörungen hatte Gábor Boczkó zu Protokoll gegeben, er habe jemanden mit einer Heckenschere herumfuchteln sehen. Die Polizeidirektion Leipzig teilte dazu schriftlich mit: "Die Aussagen, in Leipzig habe jemand mit einer Heckenschere herumgefuchtelt, sind nach unseren intensiven Recherchen hier nicht bekannt geworden. Die Polizeidirektion Leipzig hat Kontakt mit der Hotelleitung aufgenommen, in dem die ungarische Delegation übernachtet hatte. In diesem Hotel wohnten weitere neun Fechtnationen und auch Medienvertreter. Es gab keinerlei Beschwerden von den anderen Nationen. Natürlich ist zu berücksichtigen, dass das Hotel in der Innenstadt liegt und eine gewisse Nähe zu mehreren Einkaufszentren und auch typische Kneipen- und Gaststättenszene besteht."

Gábor Boczkó berichtete noch von einem weiteren Zwischenfall. Dieser stellt sich laut Leipziger Polizei anders heraus. Boczkó hatte gesagt, es habe Augenzeugen für die Entführung eines Säuglings einer hellhäutigen Frau durch einen farbigen Mann gegeben. Auch dazu äußert sich die Polizei schriftlich. Es habe lediglich einen verbalen Streit zwischen einem nordafrikanischen Paar in einem gegenüberliegenden Park gegeben. Die Polizei habe die Situation direkt aufgeklärt.

Den von Philip Fiedler gesprochenen Beitrag zum Thema von mephisto 97.6 Moderator Julien Reimer können Sie hier nachhören: 

Ein Beitrag von Julien Reimer
 
 

Kommentieren

Julien Reimer, Pia Ebeling
27.07.2017 - 19:55
  Sport