Theaterbesuch

Macbeth - I can dance my name

Drei auf der Bühne tanzen das Drama Macbeth und machen die Tragödie zur Party. Wie das gelingt war im Lindenfels Westflügel zu erleben.
Macbeth
Die Gruppe K in 'Macbeth - I can dance my name'

Im Shakespeare-Jahr hat sich die Gruppe K mit Katharina Muschiol, Maik Evers und Stefan Wenzel unter der Regie von Nis Sogaard eins der bekanntesten Dramen vorgenommen: Macbeth. Darin wird dem königlichen Heerführer nach erfolgreicher Schlacht von Hexen die Königswürde in Aussicht gestellt. Angetrieben von seiner Frau möchte er der Prophezeiung vorgreifen und tötet den legitimen Herrscher König Duncan. Macbeth und seine Lady verstricken sich mehr und mehr in ihr Schicksal und versuchen ihre neue Machtposition zu sichern – durch blutige Tyrannei.

Dieser Stoff wurde nun zur Performance umgearbeitet – einer Mischung aus Tanz, Puppe und Musik. Aufführungen von "Macbeth - I can dance my name" fanden am 14., 15. und 16. August im Lindenfels Westflügel statt.

Von Tütüs und Staubsaugern

Tanz ist das wiederkehrende Element der Aufführung – ob in Form von Aerobic oder modernem Solotanz. Dabei tritt Macbeth auch mal in grünen Leggins oder die Hexe im Tütü auf. Rhythmus und Körperbilder werden genutzt, um Gefühle oder Beziehungen wiederzugeben. Am Anfang der ungefähr 10-wöchigen Probenphase wollte die Formation auch nur mit Bewegung und Tanz auskommen. Nach und nach merkten die Beteiligten aber, die sonst eher im Puppentheater unterwegs sind, dass auf jeden Fall Objekte dazu kommen müssen. Und die Gummihühner, Staubsauger und Tischspringbrunnen haben die Szenen dann auch sehr bunt und unterhaltsam gemacht.

Shakespeare mal anders

Einzelne Ausschnitte des Originals gaben dem Stück ein Gerüst. In weiten Teilen war die Aufführung aber sehr frei gestaltet. Während der Proben entstanden die Szenen aus dem Spielen heraus, ohne dass sie vorgedacht wurden. Laut dem Regisseur Nis Sogaard brächten Shakespeare-Stoffe immer große Erwartungen mit sich und die Gruppe musste für sich entscheiden, wie man damit umgeht, wo unterbricht oder einsteigt.

Die Charaktere wurden in der Aufführung dann teils anders dargestellt: der gute König wurde als naiver Gutmensch und Vogelliebhaber auf die Schippe genommen, Macbeths positiver Gegenspieler Banco zur lebensgroßen betrunkenen Stoffpuppe. Schnell wechselten die Szenerien und man fand sich in einer Zaubershow oder einer Live-Reportage wieder.

Fazit: Überraschung und Unterhaltung

Die Performance wurde sehr knallig und rasant beworben und im Endeffekt auch sehr amüsant für das Publikum. Teils absurde Tänze, Musikeinlagen und Requisiten führten durch das Drama, das nach dem Knall am Anfang als großer Tanz in den Tod begriffen werden müsse, so der Regisseur. Und das sollte aber ein Tanz sein, der Spaß macht - wie eine große Party. Viele Szenen arbeiteten mit grotesken und teilweise lächerlichen Bildern. Die kurzen Momente, die die Schwere des Originals durchscheinen ließen, wurden sofort wieder in ironischen Kontrast gesetzt. Selten ist mal der Plüsch abgefallen oder die englische Idylle eingebrochen.

Insgesamt ist die Inszenierung sehr gelungen und war kurzweilig. Es war hilfreich, den Handlungsablauf des Dramas etwas zu kennen: so hat es wirklich Spaß gemacht, die Bewegungen und Bilder der Darsteller zu deuten und nachzuvollziehen. Viel Überraschung und gute Unterhaltung waren dann garantiert. 

 

Kommentieren