Stadtderby bleibt friedlich

Lok Leipzig gewinnt 1-0 gegen BSG Chemie

Die Reaktionen lagen zwischen Überraschung, Freude, aber auch Bedenken als das Lokalderby zum Sachsenpokal-Viertelfinale ausgelost wurde. Man kann es halten wie man will, das Interesse bei diesem Spiel dabei zu sein, war bei allen Beteiligten riesig.
Das Stadtderby kann beginnen

4.999 Zuschauer sahen diese Begegnung, die von der Polizei offiziell als "Hochsicherheitsspiel" eingestuft wurde. Was die Fans erwarteten und wie das Spiel lief, dazu mephisto 97.6 Sportreporter Florian Eib:

Zum Lokalderby sprechen Florian Eib und Nico van Capelle
SG Sport 1411

Ein Spiel mit Geschichte

Ich habe mich darauf gefreut, dass diese beiden Mannschaften wieder mal gegeneinander spielen.

Langjähriger Fan der BSG Chemie Leipzig

Trotz großer Rivalität, haben beide Vereine einen gemeinsamen Ursprung. 1963 wurde der Leipziger Fußball umstrukturiert. Die ambitioniertesten Leipziger Spieler teilten sich in zwei Vereine auf, wobei Lok die förderungswürdigen Spieler erhielt und bei Chemie der so genannte „Rest“ spielte. Trotzdem wurde in der ersten Saison Chemie DDR-Meister und nicht Lok.

BSG Chemie Denkmal der Meistermannschaft von 1964

Die ersten Spiele gegeneinander waren schon damals von großer Fanrivalität geprägt, die sich noch verstärkte als tatsächlich BSG Chemie in seiner ersten Saison DDR-Meister wurde. In den Folgejahren musste Chemie Leipzig immer wieder seine besten Spieler an Lok Leipzig abgeben, wodurch sich die Ablehnung der Fans gegenüber dem Lokalrivalen noch verstärkte. Und diese hat auch heute noch Bestand, obwohl beide Vereine mehrere Umbenennungen und Auflösungen hinter sich haben. 31 Jahre ist die letzte Begegnung beider Vereine nun offiziell her, kein Wunder, dieses Lokalderby war auch international attraktiv.

Sportreporter Jeremias Diel im Gespräch mit einem Fan aus Helsinki
Interview Fußballfan

Großes Aufgebot - Alles friedlich

Die Polizei trennte die beiden Fanlager schon bei der Anreise und so konnte ohne Vorkommnisse pünktlich angepfiffen werde. Vor 4.999 lautstarken Zuschauern zeigten die Spieler beider Mannschaften ein rassiges Spiel. Spielerisch mochte weder den Blau-Gelben Lokisten, noch den Grün-Weißen Chemikern viel gelingen. Auch Torchancen bekamen die Zuschauer kaum zu sehen.

Es war ein Mittelfeldkampf mit harten Zweikämpfen, die in einigen Fällen zu Rudelbildungen führten. Doch Schiedsrichter Jens Klemm und seine Assistenten überzeugten über die gesamte Spiellänge. Dabei hatte er viele knifflige Zweikämpfe zu beurteilen. In der 60. Minute kam ist zum ersten Höhepunkt des Spiels. Lok Spieler Fritzsch ging gegen Chemiker Karau viel zu hart in den Zweikampf und musste zurecht mit einer Roten Karten vom Platz.

Lok musste nach dem Platzverweis zulegen und so blieb das Spiel auf Augenhöhe. Beiden Mannschaften sollte es nicht mehr gelingen große Chancen herauszuspielen, geschweige denn ein Tor zu schießen. So musste die Verlängerung her. Die 4.999 Zuschauer hatten sicher nichts dagegen.

In der 95. Minute war es dann der eingewechselte Andreas Bury, der die erste richtig große Torchance des Spiels per Kopf vergab. Auch eine Minute später war es wieder die Nummer 6 der Chemiker Bury, der einen fulminanten Freistoß aus guten 20 Metern an den Pfosten hämmerte.

Kurz vor dem Ende der Verlängerung, in der 116. Minute war es der Japaner Hiromu Watahiki, der es aus 20 Metern einfach mal probierte und den 1-0 Siegtreffer für Lok Leipzig markierte.

Chemie Torwart Marcus Dölz sieht bei dem Fernschuss alles andere als gut aus. In den letzten Minuten sollte nicht mehr viel passieren. Lok gewinnt 1-0 gegen die BSG und zieht somit als Derbysieger ins Halbfinale des Sachsenpokals ein.

Letztlich bleibt zu sagen, dass sich der Leipziger Fußball von einer tollen Seite gezeigt hat: Auf den Rängen und dem Spielfeld ging es zwar mit voller Leidenschaft, aber fair zur Sache. Auch die Polizei wirkte stets deeskalierend und hatte den gesamten Tag das Geschehen im Griff.

Ich glaube man hat Fußballdeutschland gezeigt, dass es nicht nur Chaoten hier gibt, sondern, dass es ein friedliches Fest war.

Chemie-Trainer Dietmar Demuth nach dem Spiel

 

 

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