Bürgervereinen droht das Aus

Förderung der Bürgervereine im Gespräch

Den Bürgervereinen in Leipzig droht das Aus. Sie können ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Um diese halten zu können, fordert die Linke Unterstützung von der Stadt. Die SPD aber, findet diesen Ansatz falsch.
Außenansicht des Stadtteilladens Luetisch
Der "BürgerVerein Leutzsch e.V." ist eine viel wahrgenommene Anlaufstelle für Bürger und deren Anliegen.

Bürgervereine seien enorm wichtig für die Stadt, sagt Skadi Jennicke, kulturpolitische Sprecherin der Linken in Leipzig. Diese vermitteln die Belange der Bürger an die Stadt. In Leipzig gibt es fast in jedem Stadtteil einen solchen Verein, sie müssen aber von der Stadt flächendeckend gefördert werden, so Jennicke weiter. Die Bezahlung der Mitarbeiter solle gesichert werden, denn sie würde die wichtige Basisarbeit leisten .

Finanzielle Unterstützung, ja oder nein?

Ähnliche Forderungen hat die Linke bereits in den letzten Jahren an den Stadtrat gestellt. Bisher waren sie erfolglos, allerdings stellt sich nun für einige Vereine das Problem, dass sie ihre festangestellten Mitarbeiter nicht länger bezahlen können. Zwar arbeiten die meisten ehrenamtlich, jedoch müsse man zumindest halbtags ein Büro geöffnet haben, um stetige Präsenz zu zeigen, so Karl-Heinz Kohlwagen. Er ist Mitgründer und Vorstandsmitglied des Bürgervereins Möckern-Wahren. Um diesen Service zu gewährleisten, müsse man so viel Zeit damit verbringen, die Mitarbeiter zu finanzieren, dass für die eigentliche Arbeit keine Zeit mehr bliebe, erklärt Kohlwagen. Ein Bürgerverein könne sich so nicht mehr um die Interessen der Bürger kümmern, was widerum sein Bestehen in Frage stellen würde. Die Linken wollen nun mit einer höheren Finanzierung durch die Stadt verhindern, dass sich solche Vereine auflösen müssen. 

Tino Buksch von der SPD hält jedoch nichts von den Forderungen der Links-Partei. Die Mitarbeiter seien durch das Arbeitsamt über Verträge beschäftigt, die nach zwei Jahren nicht verlängert werden können. Es sei eine Maßnahme, um Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben einzuführen, erklärt Tino Buksch. Dies wäre nicht möglich, wenn sie über Jahre bei einem Bürgerverein auf einer Gehaltsbasis arbeiten, von der sie auf Dauer nicht leben könnten. 

Droht den Leipziger Bürgervereinen das Aus? – ein Beitrag von Magnus Folten
 
 

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Magnus Folten
07.05.2014 - 22:14