Sziget Festival: Tag 7

Liebes Sziget...

Sieben lange Tage waren wir auf dem Sziget Festival in Budapest und haben Stars wie Muse, Rihanna und Manu Chao gesehen. Dazu gab es ein großartiges Rahmenprogramm auf über 60 Bühnen. Zum letzten Tag gibt es einen Brief an das Sziget Festival.
BFMV
Das Kontrastprogramm zur Main-Stage: Bullet For My Valentine

Liebes Sziget Festival,
jetzt ist es wieder soweit. Mit An- und Abreise, sowie einem Zusatztag in Budapest, habe ich zehn Tage mit dir verbracht. Es ist Zeit, Abschied zu nehmen und mich für ein geiles Festival zu bedanken.
Die Waden tun weh, fast jeder Schritt schmerzt und trotzdem hast du mir am letzten Tag einmal mehr gezeigt, wieso du so toll bist. Nach einigen Stunden im Budapester Stadtzentrum nutze ich zum ersten Mal die Möglichkeit, mit dem Schiff zur Insel zu fahren: Eine wunderbare halbe Stunde, in der man mit kühlem Bier das Panorama der ungarischen Hauptstadt genießen kann. Dann tauche ich wieder in dich ein – Island of Freedom. Du bist wahrlich besonders. Hier esse ich keine Dosenravioli und trinke warmes Dosenbier. Hier kann ich die Abendsonne und The Lumineers mit einem bezahlbaren Sandwich in der Hand genießen. Außerdem bietest du mir Bands, die ich sonst fast nirgendwo live sehen kann. An diesem Abend sind das The Last Shadow Puppets. Und auch wenn viele deiner Headliner enttäuscht haben, bietest du mir immer wieder gute Shows wie diese. Alex Turner und Miles Kane sind zwar komplett druff oder besoffen, haben aber ihren Spaß. Wie so viele Leute. Danke für die wenigen Assis und Alkoholleichen und die vielen freudigen Menschen. 

TLSP
 

Danke dafür, dass du immer eine Alternative parat hast. Die Main-Stage Endshow von Hardwell ist zum Beispiel nichts für mich – dafür machen Bullet For My Valentine nebenan viel mehr Spaß. Doch das ist bei Weitem nicht die einzige Alternative. An diesem Abend überzeugt mich besonders das Cabaret im Magic Mirror – Zelt. Eine wunderbare Show zwischen Akrobatik, Musik, Sex und Trash. Schön, dass es einen Platz gibt, an dem man sich solche Vorstellungen mit einem frischen Bier in der Hand angucken kann.

Cabaret
 

Danke dafür, dass du die schöne Stadt Budapest bietest. Es ist eine Freude, mal einen Abstecher in eines deiner Bäder zu machen – oder einfach einen Tag länger zu bleiben. Im Gegensatz zu den Preisen in der Stadt wirkst du sogar fast schon teuer. Das spricht aber eher für Budapest und nicht gegen dich. Wer will, kann Stadturlaub und Festival also wunderbar verbinden.

Szimpla
 

Danke dafür, dass du in der Breite ein wundervolles Booking aufweist. Ganz ehrlich, auf der Mainstage war schon sehr viel Quatsch dabei (Hardwell, Rihanna, David Guetta, Bastille...), aber die großen Namen machen auch nicht deine Stärke aus. Ich halte mich sehr viel lieber auf der World Music Stage auf und tanze zu einer mir unbekannten Band. Oder ich freue mich auf der Europe Stage über Konzerte, die ich in Deutschland nicht sehen könnte. An diesem Abend bietest du das Tourabschlusskonzert der französischen Überflieger Deluxe. In Deutschland lässt sich die Band nicht blicken, hier gibst du mir die Möglichkeit, sie auf einer kleinen Bühne zu sehen – mit vielen Franzosen, die eine Party feiern. 

Deluxe
 

Danke dafür, dass du zwar eine eigene Welt bist, aber die politische Umwelt nicht vergisst. Du zelebrierst ein vereintes Europa und setzt dich mit den derzeitigen Problemen auseinander. Im NGO-Dorf informierst du und im Tent Without Borders sammelst du Zelte für Flüchtlinge. Keine Grenzen – das ist das Motto! Auch wenn du natürlich inzwischen ein kommerzialisiertes Festival bist und Riesenstars als Headliner bietest, du verbindest Menschen aus über 100 Ländern und machst sie glücklich. Die Stimmung ist friedlich, fröhlich und international. Für 7 lange Tage. Das war’s. Wahnsinn. So lange heißt es jetzt sicher auch: Ausruhen!

 

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