Hochschulpolitik

Liebes SMWK...

Die Sächsischen Hochschulen sind gefragt wie nie. In diesem Jahr strebt nicht nur die Universität Leipzig einem Bewerberrekord entgegen. An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur kamen acht Studieninteressierte auf einen Studienplatz.
65 Mitarbeiter der Universität Leipzig setzten ihre Unterschrift unter den offenen Brief

"Angesichts dieser Entwicklung irritiert es uns jedoch in hohem Maße, dass Landesregierung und Ministerium weiterhin auch in den jüngsten Äußerungen gegenüber der Presse am Abbau von Stellen an den Universitäten festhalten."

Das schreiben 65 Angehörige der Universität Leipzig in einem offenen Brief an das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK). Denn trotz der rekordverdächtigen Bewerberzahlen hält das Ministerium weiterhin an seinen Plänen fest, bis 2020 1.000 Stellen zu kürzen. Dagegen gab es in den letzten Monaten bereits rege Proteste.

Das sind unsere Forderungen

Die Unterzeichner des offenen Briefes sind Mitarbeiter aus dem akademischen Mittelbau, die von den Stellenkürzungen in hohem Maß betroffen wären. Vor allem die zeitlich befristeten Verträge bringen Unsicherheit mit sich. Auch Jörn Lang, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für klassische Archäologie und Antikensammlung, beteiligte sich am Brief. Zu den Forderungen sagt er:

"Wir kritisieren, dass auf der einen Seite 15 Millionen von den frei werdenden BAFÖG-Millionen für die Nachwuchsförderung vorgesehen sind [:..] Auf der anderen Seite aber an den Stellenstreichungen, von denen der Mittelbau überdurchschnittlich stark betroffen ist, festgehalten wird."

In dem Brief fordern sie die Aufwendung der Gelder aus den gesparten BAFÖG-Kosten, die künftig vom Bund übernommen werden, für die Schaffung langfristiger Stellen auf Mittelbauebene und die Rücknahme der bisherigen Kürzungen. Außerdem, dass ein Konzept für die Nachwuchsförderung vorgelegt wird und dass die Verteilung der frei werdenden Mittel im Dialog mit den Hochschulen und allen Gremien beschlossen werden soll. Daran soll der Mittelbau verstärkt beteiligt werden. 

Wir bleiben in Kontakt

Das Wissenschaftsministerium hielt sich zurück, die Forderungen zu bewerten. Wichtig ist, im Gespräch zu bleiben – vor allem mit dem akademischen Mittelbau. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass das Ministerium nur Empfehlungen aussprechen kann. Die endgültige Entscheidung liegt bei den Universitäten.

Jörn Lang ist nach dem offenen Brief verhalten optimistisch. Er sagt:

"Die letzten Äußerungen, die von Abgeordneten – gerade der CDU-Fraktion – gemacht wurden, gingen schon in die Richtung, dass man jetzt erst einmal evaluieren will und schauen will, was braucht man noch an Stellen und dann noch mal darüber nachdenkt."

Ein Beitrag von Rebecca Nordin Mencke
Offener Brief der Uni

 

 

Kommentieren