Luftqualität

Leipziger Luft im grünen Bereich

Leipzig kann aufatmen. In den letzten Jahren hat sich die Leipziger Luftqualität stetig verbessert. Das liegt unter anderem an den zahlreichen Maßnahmen der Stadt.
Leipziger Feinstaub Messstation am Willy-Brandt-Platz
Messstation der Luftqualität am Willy-Brandt-Platz

Der Beitrag zum Nachhören, ab ca. 1:29:45:

Die Leipziger Luft liegt im deutschen Mittelfeld

In den Zeiten des Klimawandels wird auch saubere Luft immer wichtiger. Der Chemiker Dominik van Pinxteren forscht an der Zusammensetzung der Erdatmosphäre am Leipziger Tropos-Institut. Im Zuge dessen ist er auch Experte für die Leipziger Luftqualität. Im Gespräch mit ihm sagt er, dass die Luftqualität in Leipzig ganz gut sei, aber dennoch besser werden sollte. 

Und wie wird Luftqualität gemessen?

Die Luftqualität wird in Leipzig an vier Messstationen in der Stadt verteilt gemessen. Die Auswahl der Messstandorte erfolgt nach einheitlichen EU-Vorgaben. Demnach sind die Messstandorte für Feinstaubhotspots auf der Lützner Straße und in Leipzig-Mitte am Willy-Brandt-Platz. Die Messstationen in Leipzig-West und Thekla vertreten das städtische Randgebiet und sind für die Ozonmessungen zuständig. Ob die Luftqualität nun gut oder schlecht ist, richtet sich nach dem EU-Recht. Es dürfen 40 Mikrogramm je Kubikmeter Feinstaub am Tag nicht überschritten werden. Jedoch betont van Pinxteren:

Allerdings ist der Grenzwert noch nicht so streng wie er eigentlich sein sollte. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt strengere Grenzwerte.

Dominik van Pinxteren, Leipziger Tropos-Institut

Schlechte Luft macht krank

Laut van Pinxteren können Feinstaubpartikel, die in der Luft enthalten sind, beim Einatmen in die Lunge geraten und sich dort ablagern. Im schlimmsten Fall können sie sogar ins Blut übergehen. Das kann dann zu Atemwegs- Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen führen. 

Das tut die Stadt

Peter Heinze vom Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig nennt Maßnahmen im Zuge des Luftreinhalteplans, welche die Leipziger Luftqualität stetig verbessern solle. Eine erfolgreiche Maßnahme war die Einführung einer Umweltzone, die 62% der Stadt abdeckt. Auch dieses Jahr sind weitere Verbesserungen geplant. Heinze verpricht z.B. die Einführung von mehr E-Bussen und optimierte Ampelschaltungen. Des Weiteren sei eine Tempo 30-Zone auf einem Abschnitt der Berliner Straße am Hauptbahnhof geplant. Auch der Fuß- und Radverkehr soll zukünftig attraktiver werden. Wie konkret diese umgesetzt werden sollen, erklärt Peter Heinze jedoch nicht. 

Obwohl auch der Wissenschaftler van Pinxteren die Maßnahmen der Stadt als sinnvoll betrachtet, kritsiert er die Stadtpolitik in einem Punkt: 

Es ist in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden sich Holzöfen in Wohnungen einzubauen und am Abend ein gemütliches Feuer im Wohnzimmer anzuzünden, das wird auch gefördert politisch, weil es als klimafreundliche Energiequelle oft angesehen wird, das hat für die lokale Luftqualität aber oft schwerwiegende Folgen.

Dominik van Pinxteren, Leipziger Tropos-Institut

Auch in diesem Jahr steht die Stadt vor weiteren Herausforderungen zur Verbesserung der Luftqualität, dabei ist auch der starke Zuzug zu beachten. 

 

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Margarete Arendt, Wiebke Drescher
31.03.2020 - 14:15
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