Stadtentwicklung

Leipzig verändert sich. Aber wie?

Noch vor einigen Jahren war Leipzig die Armutshauptstadt Deutschlands. Doch seit 2011 ziehen 10.000 Menschen jährlich in die sächsische Stadt. Der Bevölkerungszuwachs führt zu steigenden Mieten – aber wie soll damit umgegangen werden?
Die Vorauswahl steht: Im April wählt die Ratsversammlung die Nachfolge von Kulturbürgermeister Michael Faber

Neues Wohnungspolitisches Konzept

Leipzig ist für seine günstigen Mieten bekannt. Jedoch bleibt dabei häufig unerwähnt, dass auch das Durchschnittseinkommen in Leipzig sehr niedrig ist. Steigende Mieten wären also tatsächlich für viele Bürger eine existenzielle Veränderung. Gestern fand deshalb die Auftaktveranstaltung im Rahmen der Zukunftsreihe „Leipzig denkt weiter“ statt. Um städtischer Ausgrenzung und Gentrifizierung vorzubeugen, wollen Politiker, Wissenschaftler, Investoren und Mieter zusammen überlegen, wie Leipzig den kommenden Problemen gegenübertreten wird. Als fachliche Ansprechpartner waren Oberbürgermeister Burkhard Jung, Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, Sozialbürgermeister Professor Thomas Fabian anwesend. Auch Vertreter vom Stadtplanungsamt und vom Umweltforschungscenter beteiligten sich an der Diskussion. Zwischen ihren Reden haben die Gäste der Veranstaltung in Kleingruppen diskutiert.

Themen, die die Bürger bewegen

Diskutiert wurde, wie Wohnen bezahlbar bleibt, wie man die soziale Mischung in den Bezirken aufrechterhält und wie eine Sozialverträglichkeit gewährleistet werden kann. Wichtig war auch, welche Instrumente die Stadt hat, um den Wünschen der Bürger gerecht zu werden. Oberbürgermeister Jung bat darum, die Stadt nicht zu überfordern, da sie sehr begrenzte Ressourcen habe. In dem Zusammenhang wurden das Liegenschaftsrecht, die Mietpreisbremse und sozialer Wohnungsbau diskutiert. Baubürgermeisterin Dubrau betonte, dass es im Moment noch nicht um Mietpreisbremse und sozialen Neubau gehen könne. Erst müsste der Bestand restauriert werden. „Insbesondere der Bestand der 50er bis 80er Jahre. Einen Neubau in dieser Kategorie des bezahlten Wohnraumes zu finanzieren, funktioniert nur mit Fördergeldern.“ Die stünden in Sachsen momentan nicht zur Verfügung. Es stehen aber noch 30.000 Wohnungen in Leipzig leer, die genutzt werden könnten.

Wie geht es weiter?

Die Veranstaltung war gut besucht, fast 200 Menschen sind gekommen. Es werden weitere Workshops und Veranstaltungen folgen. Die Bürger sind aufgerufen, daran teilzunehmen, sich im Internet zu informieren oder auch jederzeit eine E-Mail zu schicken.

Paula Zöhl im Gespräch mit Moderatorin Isabelle Klein
Wohnen in Leipzig
 

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