24. Jazznachwuchsfestival

"In Leipzig lebt der Jazz"

Jazz ist reine Geschmackssache. Der eine liebt ihn, der nächste weiß nichts damit anzufangen. Fakt ist aber: In Leipzig ist er präsent! Am Donnerstag fand das 24. bundesweite Jazznachwuchsfestival statt. Wir waren vor Ort und hörten "jungen" Jazz!
Plot
Plot aus Leipzig in der Moritzbastei

Bereits am vergangenen Donnerstag startete das 24. bundesweite Jazznachwuchsfestival in der Moritzbastei. Unter der Organisation und künstlerichschen Leitung von Frank Heinecke und Steffen Wilde wurden aus 51 Bewerbern elf Bands ausgewählt, die auf drei Tagen gestaffelt jeweils eine Stunde die Möglichkeit bekamen sich und ihre Musik vor dem Leipziger Publikum zu präsentieren. Ein Wettbewerb sollte es nicht sein, vielmehr ging es darum jungen Musikern eine Bühne zu geben, sich kennenzulernen und zu vernetzen, sagte der Organisator des Festivals Frank Heinecke. Ein großer Erfolg sei das Festival auch dieses Jahr gewesen. Die Qualität auf der Bühne sei hochwertig, das Publikum im Verhältnis zu anderen Jazzkonzerten zufrieden gewesen.  

 

Kein Heimvorteil

Besonders war in diesem Jahr, dass vier Bands aus Leipzig mit auf der Bühne standen. Das habe wenig mit einem Heimvorteil zu tun, so Frank Heinicke. Vielmehr sei die Jazzlandschaft in Leipzig sehr lebendig. Durch die Hochschule, ein angenehmes Publikum sowie viele Auftrittsmöglichkeiten für Jazzmusiker, seien alle Bedingungen erfüllt, um die Szene nicht einschlafen zu lassen. Erstmalig war dieses Jahr der Leipziger Pianist Clemens Pötzsch mit in die Auswahl gekommen. Mit einem Solisten das Festival zu schließen, sei eine Entscheidung gewesen, die Frank Heinecke besonders unterstützt habe.

Etwas mutig fand es auch das Publikum nach drei Stunden Konzert, noch einen Soloauftritt anzubieten.

Ist "junger" Jazz anders?

Jung im Kopf sein und den Spaß nie verlieren – das haben alle Jazzgenerationen gemeinsam, so der Schlagzeuger Karl Friedrich Degenhardt der Essener Band Marie Mokati. Die Kritik an der Jazzmusik, es gäbe sie gar nicht mehr, verändere allerdings die Musik von Zeit zu Zeit, meint Sebastian Wehle, Saxofonist der Leipziger Jazzband "Plot". Ob "junger" Jazz nun wirklich anders klingt, muss allerdings das Publikum selbst entscheiden.  

 
Ein Beitrag von mephisto 97.6-Redakteur Ole Zender

Die Musik in dem Audiobeitrag wurde uns von der Band Marie Mokati zur Verfügung gestellt.

 
 

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Ole Zender
31.03.2015 - 12:10
  Kultur