Hotel-Boom

Leipzig als Tourismusziel

Die Baubranche boomt – und macht auch nicht vor den Hotels halt. Das Ergebnis ist kaum zu übersehen: An jeder Ecke sprießen neue Hotelanalgen empor. Woher die ganzen Touristen kommen, die die Leipziger Hotels füllen und welche Folgen das hat.
Ring-Messehaus
Auch das Ring-Messehaus wird ein Hotel.

Leipzig ist nach neuesten Statistiken unter den am meisten ausgebuchten Städten Deutschlands. Von den Hotelzimmern in Leipzig sind im Schnitt 68 Prozent ausgebucht. Ein Anzeichen für die steigende Beliebtheit der Stadt.

Genau das ist auch der Hotelbranche aufgefallen: Seit 2009 ist die Zahl der Hotel-Gäste um 50 Prozent gestiegen, das bedeutet einen Zuwachs von einer Million Übernachtungen pro Jahr. Die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM) erhofft sich sogar, die Zahl der Übernachtungen für das nächste Jahr auf 3 Millionen zu steigern.

"Schaut mal nach Leipzig"

Woher dieser Boom kommt, erklärt sich Holm Retsch, Geschäftsführer vom Leipziger Regionalverband im deutschen Hotel- & Gaststättenverband, über Leipzigs Präsenz auf Messen wie der Leipziger Buchmesse, und vor allem über die Mund-zu-Mund Propaganda:

"Die Beste Mund-zu-Mund Propaganda sind zufriedene Gäste, und wir haben fast drei Millionen zufriedene Gäste und Touristen und das ist immer noch der beste Werbeslogan: ‚Schaut mal nach Leipzig. Da hat sich unwahrscheinlich viel getan."

Verständlich, dass die Hotelbranche das als Anlass sieht, neue Unterkünfte in und um Leipzig zu errichten. Allein in den nächsten Jahren sollen sechs weitere große Hotels in der Leipziger Innenstadt entstehen, obwohl es hier mittlerweile schon 44 gibt.

Geteilte Meinungen

Ob die neuen Hotels wirklich nötig sind, ist umstritten. Peter Fräbel-Simon, Geschäftsführer des Vereins Leipzig 2015, sieht den Hotelboom aber positiv. Die Hotelneubauten würden gut mit dem Touristenzuwachs mithalten. Seit 2009 wurden 1800 neue Zimmer geöffnet, die Auslastungsquoten seien trotzdem gestiegen.

Retsch ist jedoch anderer Meinung: Er betont, dass Leipzig an gerade einmal 70 Tagen im Jahr tatsächlich ausgebucht ist. Ein solcher Wert sei sehr niedrig für eine Stadt von Leipzigs Größe und nicht unbedingt positiv für die Zimmer-Preise. Im Durchschnitt kostet eine Nacht in Leipzig pro Zimmer um die 75 Euro. Retsch betont, dass dieser Wert noch um 15 bis 20 Euro gesteigert werden kann. Allerdings sind die billigen Preise notwendig, um überhaupt Gäste anzulocken.

Warum dann trotzdem noch neue Hotels bauen? Die großen Hotelanbieter wollen eben auch ein Stück vom Tourismus-Wachstums-Kuchen abhaben.

"Hotelboom in Leipzig" - ein Beitrag von Franziska Lehnst
 

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Franziska Lehnst
27.08.2014 - 19:10