FSJ an Schulen

Lehrer werden? Ja? Nein? Vielleicht?

Unentschlossenen ist nun geholfen: Seit einem Jahr gibt es das Freiwillige Soziale Jahr, kurz FSJ, an Schulen. Dabei können Schulabgänger nach ihrem Abschluss in einem Jahr herausfinden, ob der Lehrerberuf für sie das Richtige sein könnte.

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Der Schulabschluss ist in der Tasche, ein neuer Lebensabschnitt beginnt – doch wo führt er hin? Was will ich machen? Ausbildung, Studium oder doch ins Ausland? Tausende Schulabgänger stellen sich diese Fragen jedes Jahr erneut. Diejenigen, die den Lehrerberuf in Erwägung ziehen, ist nun geholfen: Seit dem Schuljahr 2013/14 gibt es das Freiwillige Soziale Jahr Pädagogik. Dabei dürfen Freiwillige an öffentlichen Schulen die Aufgaben des Lehrers beobachten. Ob Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur - ihr eigener Schulabschluss spielt dabei keine Rolle.  

Vielseitige Verantwortung

Die Aufgaben eines Lehrers sind vielseitig: Begleitung und Unterstützung der Lehrer, Pausenaufsicht, Organisation von Exkursionen, Hausaufgabenbetreuung - FSJler lernen so schon frühzeitig die Verantwortung des Lehrerberufs kennen. Derzeit gibt es bereits 40 FSJ-Plätze an Schulen in Sachsen. Das Kultusministerium Sachsen will nun noch mehr Plätze schaffen, so Manja Kelch, stellvertretende Sprecherin vom Kultusministerium:

„Die Nachfrage war so groß und das FSJ hat sich als Berufsorientierung bewährt, dass es so ist, dass ab dem Schuljahr 2014/15 die Plätze auf rund 80 verdoppelt werden. Damit werden eine Million Euro, also doppelt so viel wie bisher, in das FSJ investiert. Das soll in den Haushaltsbeschluss aufgenommen werden.“

Der Plan zur Ausweitung der Freiwilligen-Stellen steht also fest und muss nur noch bestätigt werden. Für das kommende Schuljahr wurden trotzdem schon auf 42 FSJ-Plätze aufgestockt. Und auch das Interesse der Schulen selbst ist sehr groß. In dem vergangenen Jahr haben sich schon 400 Schulen, für das Freiwillige Soziale Jahr angemeldet. Das heißt gleichzeitig, dass 360 Schulen dieses Jahr ohne Freiwillige auskommen mussten. Der Bedarf ist also deutlich höher, als es FSJ-Stellen gibt. Und es werden noch mehr: Für das kommende Schuljahr wollen bereits 600 Schulen einen Freiwilligen aufnehmen.

Nur Mittel gegen Lehrermangel?

Obwohl Schulen und Freiwillige von dem Projekt bisher begeistert sind, hängt eine unangenehme Frage im Raum: Sollen die FSJler eventuell über den Lehrermangel hinweg retten? Manja Kelch des Kultusministeriums bestreitet diese Vermutung:

„Da die FSJler keinen ausgebildeten Lehrer ersetzen können, kann damit auch kein Lehrermangel ausgeglichen werden. Es geht wirklich darum, für die FSJler eine Berufsorientierung zu schaffen und auch für den Lehrerberuf an den Grund-, Ober- und Förderschulen zu werben. Einfach, damit junge Menschen die Möglichkeit haben einen Einblick in das tägliche Schulleben zu erhalten. Also Lehrer zu ersetzen, ist hier überhaupt nicht die Absicht. Es geht wirklich darum, Lehrernachwuchs zu gewinnen und junge Menschen für den Lehrerberuf zu begeistern.“

Und das scheint zu gelingen: 27 der 40 Freiwilligen, die an den sächsischen Schulen dieses Jahr ihr soziales Jahr gemacht haben, hatten auch danach noch den Wunsch Lehramt zu studieren.

 

Ein Beitrag von Nicole Siemoneit über das FSJ an Schulen.
Ein Beitrag von Nicole Siemoneit über das FSJ an Schulen.
 

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Nicole Siemoneit
13.08.2014 - 13:39
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