Legida-Demonstrationen

Legida schadet dem Geschäft

Legida erhitzt inzwischen nicht mehr nur die Gemüter von Antisympathisanten. Geschäfte, Restaurants und andere Unternehmen in der Leipziger Innenstadt fordern eine Entschädigung, weil sie wegen der wöchentlichen Demonstrationen weniger Umsatz machen.
Viele Geschäfte in der Leipziger Innenstadt schließen bei den wöchentlichen Legida-Demonstrationen früher.

Bereits vier Mal demonstrierten Anhänger von Legida in Leipzig – oftmals müssen die Geschäfte in der Innenstadt deshalb früher schließen. Viele von ihnen haben Angst vor Radikalen. Und auch die Passanten meiden an den Montagnachmittagen die Innenstadt. Grund dafür ist vor allem die Verunsicherung darüber, ob die Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und die Geschäfte überhaupt geöffnet sind. Für die Geschäftsinhaber bedeutet das vor allem eins: ausbleibende Kundschaft und weniger Umsatz.

Entschädigung für die Händler

Dass die Demonstrationen die gesamte Innenstadt lahmlegen würden und Läden deswegen früher schließen müssten, bemängelt nun auch die Handwerkskammer zu Leipzig. Geschäftsführer Volker Lux sagte mephisto 97.6, dass sich insgesamt 126 betroffene Betriebe bei ihm gemeldet hätten: 

Es gibt Händler, die mir ihre Situation geschildert haben. Beispielsweise ein Friseursalon, ein Handwerker, der mir geschrieben hat, dass wenn für den Freitag eine Demonstration angekündigt war, dass dann schon am Montag die Kunden angerufen haben und gesagt haben, ‘Wir lassen das mal lieber mit dem Friseurtermin. Ich weiß gar nicht, ob ich da überhaupt in die Stadt komme und wenn ja, wie und ob ich wieder heil nach Hause komme'.

Volker Lux, Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig
Daher hat die Handwerkskammer die Stadt nun aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie man die Händler angemessen entschädigen könnte. Vor etwa zwei Wochen bat sie den Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht in einem Schreiben, die Belange der Handwerker und Händler im Blick zu behalten:

Es sollte ein Impuls in die Stadtverwaltung hinein sein, um dort vielleicht noch viel bessere Ideen zu entwickeln, als ich sie habe. Wir haben ja hier auch nicht die Weisheit geschlürft.

Volker Lux, Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig

Wertschätzung und Anerkennung 

Denn auch Volker Lux hat sich schon Gedanken gemacht, wie man das Problem lösen könnte. Auch wenn die Händler keinen rechtlichen Anspruch auf eine Entschädigung haben, schlägt Lux vor, dass sie auf andere Weise eine Wertschätzung oder Anerkennung erhalten – beispielsweise durch eine zusätzliche Umsatzchance an einem Wochenendtag oder die vorübergehende Senkung der Sondernutzungsgebühren für die Einzelhändler. Er hat aber noch eine ganz andere Sorge:

Wir  befürchten, unabhängig davon, wie die Teilnehmerzahl an den Demos ist, dass sich bald in den Köpfen der Leipziger verstetigt, ‘Am Freitag oder am Montag oder am Mittwoch kannst du nicht in die Stadt gehen, weil da ist ne Demo.’

Volker Lux, Geschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig

Daher hält Lux es für die kommenden Demonstrationen auch für wichtig, dass mit viel Nachdruck in der Presse gezeigt wird, welche Beeinträchtigungen es wirklich gibt. Nur so würden die Menschen sehen, dass die Innenstadt trotz Demo nicht völlig ausgestorben ist.

Eine "charmante" Idee

Auf seinen Vorschlag gab es bis jetzt zwei Rückmeldungen – beide positiv. Sowohl der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Stadtrat Heiko Bär von der SPD, als auch Frank Tornau, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion, fänden die Idee "charmant“. Von der Stadt liegt bisher allerdings keine Stellungnahme vor. Bei der nächsten Dienstberatung mit OBM Burkhard Jung könnten die Vorschläge thematisiert werden.

Und einen Lichtblick gibt es für die Betreiber: Obwohl Legida bis zum Ende des Jahres für jeden Montag Demonstrationen angemeldet hat, nehmen das Interesse und die Teilnehmerzahl stetig ab.

mephisto 97.6-Redakteur Thilo Körting im Studiogespräch mit Moderatorin Maja Fiedler zu den Forderungen der Geschäftsbetreiber.
Legida Handel

 

Moderator Andreas Hönig im Gespräch mit Volker Lux von der Handwerkskammer zu Leipzig.
 
 

Kommentare

Wegen Legida bräuchte man kaum Polizei und auch keine Absperrungen und Schließungen. Das liegt einzig und allein an der friedlichen "Antifa" und der unterstützenden "Breiten Bunten Bündnisse"!

@wendehals
So ist es! Die Horden der Roten SAntifa,welche die Leute straffrei terrorisieren sind schuld,daß sich viele nicht in die Stadt trauen.
Dies wird in den Medien so aber leider nicht erwähnt. Und wenn es um Sach-und Personenschäden sowie Brandstiftungen dieser "Aktivisten" geht,steht in der Presse "im Umfeld des Legida Aufmarsches".....
Für eine Entschädigung empfehle ich,sich an Herrn Jung oder an Frau Nagel zu wenden!

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