Fleischerei Landrock

Landrock im Wandel der Zeit

Nur wenig besteht seit über 90 Jahren genau so, wie es anfangs gegründet wurde. Die Dresdner Straße 66 beherbergt solch ein Juwel – die Fleischerei Landrock. Ein Portrait von Friedrich Opitz und Lucas Wija.
Familienbetrieb Landrock auf der Dresdner Straße

Anstatt Café Latte begegnen wir einem Pott Kaffee mit Hackbrötchen. Das Gefühl, eine unscheinbare, aber doch allgegenwärtige kulinarische Institution errochen zu haben, verdichtet sich beim Anblick der Tageskarte. Auf dem Menü stehen donnerstags Gulasch mit Nudeln oder Grützwurst mit Sauerkraut und Kartoffeln.

Tradition und Renommee

Wir sind verabredet mit Volker Landrock, dem Inhaber des nunmehr 90 Jahre währenden Familienbetriebs. Er erzählt von den Widrigkeiten des Fleischereihandwerks. Der beständigen Tatkraft und Ideenvielfalt ist es zu verdanken, dass das Geschäft über Generationen hinweg Bestand hat. Im Jahr 2014 besteht die Fleischerei somit noch immer. Doch die Zeit ist eine Andere, und auch die Herausforderungen haben sich verändert. Täglich füllt sich der Gastraum pünktlich zur Mittagszeit. Dennoch stellen sich für Juniorchef Franz Richter genügend Hürden.

Baustellen und Dönerläden

Die Quantität des Angebots von großen Supermärkten in der unmittelbaren Nachbarschaft siegt noch zu häufig über das qualitativ weitaus höherwertige Angebot des Kleinbetriebs. Somit besteht die direkte Konkurrenz nicht im hippen Dönerladen von nebenan. Dieser bereichert in Richters Augen sogar das Angebot für die Verbraucher. Hingegen treibt die allgemeine Verkehrssituation der Familie Landrock Sorgenfalten auf die Stirn.

"Baustellen sind ein ganz großes Problem. [...] Was die Karli jetzt mal hat, haben wir schon jahrelang eigentlich."

- Volker Landrock, Franz Richter, Inhaber und Juniorchef

Ob im Täubchenweg oder auf der Wurzener Strasse, die Zufahrtswege zum Geschäft waren allzu oft durch Baustellen behindert.

Perspektive und Zukunft

Trotz allem will man am Standort festhalten. Bis heute serviert die Fleischerei fünf Tage die Woche wechselnde Mittagsgerichte in ihrem Gastraum. Das ist nur ein Beitrag zur Beständigkeit des Betriebs. Von ehemals ca. 200 Fleischern sind die Landrocks eine der wenigen noch bestehenden Leipziger Fleischereien. Ein paar Änderungen gibt es über die Jahre dann doch. Alte Kunden zu behalten und Junge zu gewinnen, bedeutet auch einen Spagat zwischen traditionellen und neuen Geschmäckern zu finden. Das führt zu mitunter fleischereiuntypischen Geschäftsentscheidungen.

"Dann gibt's immer mehr Vegetarier. Dem Trend werden wir auch in Zukunft gerecht werden. Wir werden vegetarische Produkte anbieten."

- Volker Landrock, Inhaber

Das Tandem aus konservativem Fleischerhandwerk des Inhabers Landrock und der zeitgemäße Blick des Juniorchefs Richter sind die entscheidenden Zutaten für das Fortbestehen der Fleischerei auf der Dresdner Strasse. 

Ein Portrait über die Fleischerei Landrock von Lucas Wija und Friedrich Opitz.
 
 

Kommentare

Hallo Mephisto Team,

ich habe immer gern im Bayrischen Fernsehen die Geschichten um alte Handwerke ( die Letzten ihres Faches ) gesehen. Als Bäckermeister mit Mini-bäckerei aber mit großer Tradition, wir sind die 9te und möglicherweise letzte Generation finde ich solche Berichte toll. Weiter so und wenn ihr mal über traditionelle Bäckerei besonders in der Stollenzeit berichten wollte wir könnten euch da was erzählen.
VG Andreas Geisler
Andreas Geisler
Bäckermeister

[Dieser Kommentar wurde aufgrund von Werbung verändert]

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Friedrich Optiz, Lucas Wija
02.09.2014 - 13:41

Fleischerei Landrock
Dresdner Straße 66
04317 Leipzig

Inhab.: Volker Landrock

www.fleischerei-landrock.de