Unister-Prozess

Landgericht entscheidet über Anklage

In Kürze will das Landgericht Leipzig über die Anklageerhebung im Fall Unister entscheiden. Das geht aus Informationen von MDR und Manager Magazin hervor. Wenn der Anklage stattgegeben werde, müsse auch Unister-Chef Wagner vor Gericht.
Am Langericht Leipzig soll aufgedeckt werden, wer hinterm dem 1,5 Millionen schweren Betrugsfall steckt.
Am Landgericht Leipzig startet der Prozess um einen Betrugsfall von 1,5 Millionen Euro.

Seit Ende 2012 ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft gegen Unister. Vor zwei Jahren wurden mehrere Unister-Mitarbeiter anonym angezeigt. Es bestehe unter anderem der Verdacht auf Steuerhinterziehung. Wie Unister mitteilt, lehnt Firmen-Gründer und -Chef Thomas Wagner einen Deal mit dem Gericht ab. Inhalt des Deals: Das Gericht hätte das Hauptverfahren ausgesetzt und dafür eine Bewährungsstrafe auferlegt. Wie der MDR berichtet, will das Landgericht Leipzig nun in Kürze darüber entscheiden, ob das Hauptverfahren eingeleitet wird.

Aus gemeinsamen Recherchen des Manager Magazins und des MDR geht hervor, dass ein Prozessbeginn um den 12. April im Gespräch sei. Das zeige eine Gesprächsprotokoll, dass den beiden Medien vorliege. Demnach soll Unister Reiseversicherungen unrechtmäßig zum Verkauf angeboten haben. Ein Brief, der dem Manager Magazin vorliege, besage, dass als mögliches Strafmaß eine Freiheitsstrafe auf Bewährung für Unister-Chef Thomas Wagner im Gespräch sei. Aus dem Schreiben gehe außerdem hervor, dass der Anwalt des Unister-Chefs mit dem Strafmaß nicht zufrieden sei. Er akzeptiere höchstens eine Geldstrafe gegen seinen Mandanten. Allerdings ginge sowohl der Anwalt, als auch sein Mandant Thomas Wagner davon aus, dass dieser schuldfrei sei.

"Spekulationen um Freiheitsstrafe aus der Luft gegriffen"

Nach Angaben von Unister auf ihrer Website sind die Spekulationen des Manager Magazins über mögliche Freiheitsstrafe völlig aus der Luft gegriffen. Zudem gehe das Unternehmen von der Unschuld seiner Mitarbeiter aus. Unister betont außerdem den durch die seit Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft entstandenen Schaden. Dieser belaufe sich auf mindestens 43,5 Millionen Euro, während der durch die Anklage vorgeworfene Schaden unter einer Million Euro einzuschätzen sei.

 

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Magnus Folten
17.02.2016 - 13:26

Was ist Unister? 

Im Juli 2002 gegründet, ist Unister ein Unternehmen, das verschiedene Internetportale vermarktet. Der Hauptsitz befindet sich in Leipzig. Momentan hat Unister noch 1300 Mitarbeiter. Das Unternehmen betreibt unter anderem "ab-in-den-urlaub.de", "fluege.de", "partnersuche.de" und "geld.de".