Kulturveranstaltungen trotz Corona

Kulturtipps zum Montag

In den Kulturtipps dieser Woche geht es unter anderem um "Irgendwas mit Sexualität", "Klare Kante" und jemanden Namens "Frances Ha". Schonmal von gehört? Nein? Dann schaut unbedingt rein - in die wöchentlichen Kulturtipps!
Jeden Montag gibts 3 Kulturtipps vom Kultstatus!

#1 Magazin: “Irgendwas mit Sexualität”

Der Spagat zwischen Kunst, Journalismus und Aktivismus - das ist das Ziel, das sich das junge sai:kollektiv mit ihrer Arbeit gesetzt hat. Bei ihrem neuesten Werk handelt es sich um ein Magazin.

Das Magazin "Irgendwas mit Sexualität" will gesellschaftliche Narrative hinterfragen und mit selbstbewussten Stimmen über die eigene Sexualität sprechen. Das sai:kollektiv ist der Meinung, dass der Unwissenheit, der Scham und Mythen rund um das Thema Sexualitäten ein Ende gesetzt werden muss. Junge Autor:innen schreiben auf den 100 Seiten des Magazins über Themen wie die Übersexualisierung schwarzer Frauen oder die Schönheit weiblicher Selbstbefriedigung.

Ein Jahr lang haben die jungen Menschen des sai:kollektivs an dem Magazin gearbeitet und die Druckkosten durch eine Crowdfunding-Kampagne gestemmt. Ergebnis ist eine visuell faszinierend aufbereitete Sammlung mutiger, selbstbestimmter und überraschender Texte über oft verschwiegene Intimität.

Irgendwas mit Sexualität vom sai:kollektiv | 6 Euro | Erhältlich ist das Magazin bei sai-magazin.de

 

#2 Tanztheater: Klare Kante

Wer Freude an unserer "Gretchen"-Podcastfolge zum Thema "Raum" hatte, der interessiert sich vielleicht auch für die neue Produktion des Tanzlabors Leipzig "Klare Kante". In diesem inklusiven Tanzprojekt widmen sich die Tänzer:innen ganz der Erkundung von Raum und Grenzen und deren Beziehung zum eigenen Körper.

Ausgehend vom Chaos – einem Zustand der Unordnung und Unsicherheit – erarbeitet das Team neue Handlungsräume, die ein Überschreiten des Gewohnten fordern. Es wird die Frage aufgeworfen, wo sich neue Spielräume eröffnen und was es braucht, um sich in diesen zu bewegen. Die Tänzer:innen erforschen mit ihren unterschiedlichen Körpern den Raum um sie herum, entdecken Grenzen und Kanten, spielen mit Nähe und Distanz, wechseln zwischen Perspektiven.

Der Stream findet am 30.04. um 20:00 auf der Plattform dringeblieben.de statt, mit einem Publikumsgespräch im Anschluss.

Das Ganze kann mit und ohne Audiodeskription angeschaut werden, außerdem findet sich auf der Seite des Tanzlabors eine Beschreibung des Stücks in leichter Sprache.

 

#3 Filmtipp der Woche: Frances Ha

Na, auch Mitte 20 und ein bisschen lost? Falls ihr nun auch noch Fans von Schwarz-Weiß-Filmen mit langsamem Erzähltempo seid, dann kann ich euch diese Woche einen meiner Lieblingsfilme ans Herz legen: "Frances Ha".

Der Film spielt in New York und dreht sich um das Leben von Frances Halladay, einer 27-jährigen Tänzerin, die gar nicht daran denkt, erwachsen zu werden. Frances ist als Tänzerin leider mehr oder weniger talentlos, quasi chronisch pleite und außerdem "undatable", aber immerhin hat sie ihre beste Freundin Sophie, mit der sie zusammenlebt und durch dick und dünn geht. Doch plötzlich eröffnet ihr diese, dass sie ausziehen wird, und Frances fällt aus allen Wolken. Während Sophie sich immer mehr von ihr entfernt, muss Frances lernen, alleine zurechtzukommen, und erlebt dabei so einige Höhen und Tiefen.

Der Film begleitet Frances durch ihren Alltag und schafft dabei ein Portrait der Ziellosigkeit der späten 20er, in der man sich leicht selber wiederfindet. Es ist ein Film über Verlieren und Finden, über Festhalten und Loslassen, über das Erwachsenenwerden und vor allen Dingen über Freundschaft. Greta Gerwig als Frances lässt die Figur dabei so authentisch und nahbar wirken, dass man sie trotz all ihrer Macken gerne als beste Freundin hätte.

Regisseur Noah Baumbach, dessen letzter Film "Marriage Story" sechsmal für den Oscar nominiert war, entwickelte das Drehbuch in Zusammenarbeit mit der Hauptdarstellerin. Gefilmt wurde übrigens mit einer Amateur-Kamera und Linsen, die eigentlich zum Fotografieren bestimmt sind. Der Film schafft es dabei, in romantischer Schwarz-weiß-Optik ästhetisch und dabei trotzdem gleichzeitig unglaublich natürlich daher zu kommen.

Eigentlich ein perfekter Film fürs Sommerkino – aber keine Sorge, er eignet sich genauso gut für einen gemütlichen Abend allein im Bett mit einer Tasse heißer Schokolade.

Über die Plattform "filmfriend" könnt ihr "Frances Ha" aktuell kostenlos streamen, wenn ihr im Besitz eines Bibliotheksausweises der Leipziger Städtische Bibliotheken seid.

Frances Ha (BR, USA 2012; R: Noah Baumbach). 

 

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Eva Stricker; Minou Becker
26.04.2021 - 14:43
  Kultur

#1 Magazin

"Irgendwas mit Sexualität"

#2 Tanztheater

Klare Kante

#3 Filmtipp

Frances Ha