Kulturveranstaltungen trotz Corona

Kulturtipps zum Montag

Auch wenn nun leider der zweite Lockdown ansteht, wollen wir den Kopf nicht hängen lassen und stellen euch auch im November kulturelle Highlights vor. Ob online oder outside - sie sind in jedem Fall eine heiße Empfehlung vom Kultstatus-Team!
Jeden Montag drei Tipps von unserem Kultstatus

Musik gegen das Subkultursterben

Zweiter Solisampler des Vak zur Unterstützung unkommerzieller Projekte in Leipzig

Eigentlich sollte hier ein Theatertipp stehen. Doch die Umstände erschweren es den Kulturstätten, ihr Programm am Laufen zu halten. So musste z.B. das europäische Theater- und Tanzfestival euro- scene abgesagt werden, was in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert hätte. Das diesjährige Motto „Alles nicht wahr“ bekommt somit einen bitteren Beigeschmack. 

Neben den städtischen Kulturbetrieben, steht auch der freien Kultur-Szene Leipzigs ein schwerer Winter bevor. Man kann es nicht oft genug sagen: Umso wichtiger ist es, die Leipziger Kulturszene anderweitig zu unterstützen.  Und das geht auch mit viel Abstand und Hygiene. So hat z.B. das Leipziger Veranstaltungskollektiv, kurz Vak,  einen Solisampler ins Leben gerufen, auf dem diverse Leipziger Kollektive ihre Klänge für die Rettung unkommerzieller Projekte zur Verfügung stellen. Im Frühling hatte Vak den ersten Sampler herausgebracht. Der Erlös ging an vier verschiedene Ladenprojekte und Einrichtungen in Leipzig, um ihnen durch den ersten Teil der Krise zu helfen. Am Freitag den 6. November kommt nun der zweite Sampler heraus und bietet eine Plattform für 13 Künstler*innen aus der Leipziger elektronischen Musikszene. Die Verkaufseinnahmen werden dann an wichtiger Subkulturstätte in Leipzig zur dessen Unterstützung in der Coronakrise verteilt. 

Wer also Lust auf elektronische Klänge der Leipziger Musikszene hat und gleichzeitig einen guten Zweck erfüllen möchte, schaut am besten auf bandcamp vorbei: vak-leipzig.bandcamp.com 

Weitere Infos zum Vak findet ihr unter: vak.wtf

 

Mit TWIST quer durch die Genres

Ein neues Kulturmagazin seit September auf ARTE

Ab heute werden wir wieder viel zuhause sein - das ist nicht immer leicht, aber eventuell kann ja eine gut gemachte Kultursendung etwas Trost spenden: TWIST ist seit September das neue Kulturmagazin auf ARTE, moderiert von Bianca Hauda und Romy Straßenburg. Im vorherigen Online-Magazin culture@home versorgten uns die beiden schon während des Lockdowns mit Kulturnachrichten und führen nun auch durch das Programm von TWIST. Dabei gehen sie jede Woche in einer europäischen Metropole den Fragen nach, die die Kunstszene gerade bewegen.

Was macht Kultur mit mir? Streitbar, offen und lebendig geht TWIST quer durch die Genres von Bildender Kunst über Architektur, Fotografie, Literatur bis hin zur Mode und zum Film– nah am Geschehen und an den ProtagonistInnen. Das Kulturmagazin greift kulturelle Fragen auf, erweckt Neugier, gibt Impulse und scheut keine kontroverse Diskussion.
TWIST unterhält SelbstdenkerInnen und Couragierte, die sich kreativ mit europäischer Wirklichkeit auseinandersetzen – im TV, in der ARTE-Mediathek, aber auch in den sozialen Netzwerken. In der Web-Rubrik „Psychogramm“ beispielsweise, werden die Instagram-Profile von KünstlerInnen satirisch auf die Couch gelegt. 

Wann? Jeden Sonntag eine neue Folge gegen 16.30 Uhr 
Wo? Linear auf ARTE und unter arte.tv/twist

 

Das schönste Buch des Jahres kommt aus Leipzig!

Leseempfehlung für die dunkleren Tage

Nun bricht wohl die ungemütlichste Zeit des Jahres an. Aber mit einem guten Buch auf der Couch und einem wohlschmeckenden Getränk wird die Sache doch um Einiges erträglicher.

Wie wäre es zum Beispiel mit dem frisch gekürten "schönsten Buch des Jahres", welches jährlich von der Stiftung Buchkunst ausgelobt wird?
Der mit 10.000 Euro dotiere Preis ging dieses Jahr  an das Buch »Das Jahr 1990 freilegen« (Spector Books, Leipzig). Das von Spector Books-Verleger Jan Wenzel herausgegebene Werk entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Grafiker Wolfgang Schwärzler: Die großformatige Publikation in fadengehefteter Broschur gibt auf knapp 600 Seiten mit unterschiedlich gestalteten doppelseitigen Text-Bild-Montagen individuelle Einstiege in das umwälzende Jahr 1990. Bisher zum Teil unveröffentlichte, überwiegend in Schwarzweiß gehaltene Bildstrecken von Fotograf:innen wie Ute Mahler, Andreas Rost und Christiane Eisler machen das von großen Erwartungen und erster Ernüchterung geprägte Jahr lebendig. Begleitet werden die Bilddokumente von essayistischen Texten, Sitzungsprotokollen, Briefen und Gesprächen sowie 32 Geschichten aus der Feder von Alexander Kluge, die mit einem alternativen Geschichtsentwurf kontrastieren. 

Das Buch ist zwar nicht ganz preisgünstig, jedoch sehr liebevoll und aufwendig gestaltet - vielleicht eine Idee für die Weihnachtswunschliste?

Weitere Informationen zum Buch: https://spectorbooks.com/de/das-jahr-1990-freilegen

 

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Wiebke Drescher, Josephine Kanditt
01.11.2020 - 18:58
  Kultur

Martin Gross, Alexander Kluge, u.a.
Das Jahr 1990 freilegen
Jan Wenzel, Anne König, Andreas Rost, u.a. (Hrsg.)
Spector Books, Leipzig
ISBN: 978-3-95905-319-8
Preis: 36 Euro