Freiheits- und Einheitsdenkmal

Krisengespräch zum Freiheitsdenkmal

Das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal steht schon lange unter Kritik. Heute debattieren Stadt und Land in einem Krisengespräch über die Zukunft des geplanten Denkmals am Wilhelm-Leuschner-Platz.
Bisher ist der Wilhelm-Leuschner-Platz der geplante Ort für das Freiheitsdenkmal.

Die Geschichte des Leipziger Freiheitsdenkmals ist lang. Sie begann im November 2007, als der deutsche Bundestag beschloss, ein „Denkmal der Freiheit und Einheit Deutschlands“ in Berlin zu errichten. Das Denkmal sollte der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 gewidmet werden, deren zentraler Ausgangspunkt Leipzig war. Am 9. Oktober 1989 demonstrierten hier 70.000 Menschen für ihre Freiheit und ein einheitliches Deutschland.

Ein Denkmal für Leipzig

Aus diesem Grund befand der Bundestag, dass Leipzig ebenfalls ein Denkmal benötige. Mit diesem sollte „der Beitrag der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt zur Friedlichen Revolution auf angemessene Weise gewürdigt werden“. 5 Millionen Euro stellte der Bundestag zur Verwirklichung des Plans zur Verfügung, mit weiteren 1,5 Millionen Euro wollte der Freistaat Sachsen das Projekt bezuschussen.

Im Mai 2011 wurde der Wilhelm-Leuschner-Platz vom Leipziger Stadtrat als Standort des Denkmals bestimmt, im Oktober des selben Jahres startete ein internationaler künstlerischer Wettbewerb zu der Gestaltung des selbigen. 2012 wurden die drei Gewinner des Wettbewerbs bekannt gegeben.

Kritik an Wettbewerbsverfahren

Das Denkmal stand schon seit Beginn der Planungen unter starker Kritik. Viele Bürger stellten die Frage, ob das neue Freiheits- und Einheitsdenkmal angesichts der zahlreichen bereits vorhandenen Leipziger Denkmäler überhaupt notwendig wäre. Weiterhin wurde der Wilhelm-Leuschner-Platz als Standort kritisiert, da er nicht direkt mit den Montagsdemonstrationen verbunden wird. Auch das Wettbewerbsverfahren, die eingereichten Beiträge und die Auswahl der Gewinner waren umstritten: Kritiker behaupten, in dem Verfahren hätte es keine Mitsprache von Akteuren und interessierten Bürgern gegeben und die Entwürfe würden dem Namen des Denkmals nicht gerecht. Nach der Klage eines der teilnehmenden Architekturbüros entschied das Oberlandesgericht Dresden, dass der Wettbewerb ab der zweiten Stufe unter strengeren Voraussetzungen wiederholt werden muss.

Krisengespräch um Zukunft des Denkmals

Heute seit 10 Uhr führen die Stadt Leipzig und der Bund ein Krisengespräch, in dem über die Zukunft des Freiheits- und Einheitsdenkmals entschieden werden soll. Denkbar ist, dass die Pläne zum Bau des Denkmals endgültig zu den Akten gelegt werden. Doch auch über einen Abbruch des jetzigen Wettbewerbes und eine Verlegung der Denkmalgestaltung auf den 50. Jahrestag der Friedlichen Revolution steht im Raum.

Die Kosten für den bisherigen Wettbewerb belaufen sich auf 450.000€. Dafür wird in jedem Fall die Stadt Leipzig aufkommen müssen. 

Moderatorin Susi Kraft im Gespräch mit Reporterin Lisa Vordermeier über die Zukunft des Denkmals.
 
 

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