Kriminalität

Kriminalität in Leipzig

Das sächsische Landeskriminalamt hat den Kriminalitätsatlas 2016 veröffentlicht. Dieser zeigt die Entwicklung der einzelnen Städte in Sachsen der letzten vier Jahre. Leipzig ist nach Berlin die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsdichte.
Leipzigs Polizei fühlt sich gut vorbereitet

Leipzigs Zentrum ist am stärksten kriminalitätsbelastet, die äußeren Bezirke eher weniger. Das geht aus dem gerade veröffentlichten Kriminalatlas hervor. In diesen Bezirken kamen 2016 mehr als 20.000 Kriminalfälle auf 100.000 Einwohner. Zudem gelten Neustadt-Neuschönefeld, Mockau-Nord und Seehausen als ebenso gefährlich.

Mehr Straftaten

In Leipzig stieg die Anzahl der begangenen Straftaten seit dem letzten Jahr um rund 4800. Damit liegt sie nun bei ca. 6000. Doch warum ist gerade das Zentrum gerade so anfällig für Strafdelikte? Im Zentrum befinden sich die Innenstadt und der Hauptbahnhof. Dort sind die meisten Menschen unterwegs, sagt Alexander Bertram von der Polizei Leipzig. Zudem differenziert der Atlas nicht, welche Straftaten begangen werden.

Die Eigentumskriminalität ist ein Schwerpunkt in Leipzig und in den letzten Jahren auch nochmal deutlich gestiegen.

Alexander Bertram, Polizei Leipzig

Delikte wie Körperverletzung und ähnliches, seien zwar mitgezählt worden, spielen allerdings keine große Rolle, so Betram weiter. Um der steigenden Kriminalität entgegenzuwirken, kooperiert die Bundespolizei mit der Landespolizei. Trotzdem sieht Bertram auch die Bürger in Verantwortung:

Wenn ich zum Beispiel jetzt durch verschiedene Fahrradständer laufe in der Stadt, sehe ich immer wieder auch an teuren Rädern billige Spiralschlösser, die ganz leicht durchgeknipst sind. Da frag ich mich auch manchmal, ob diese Prävention, oder was man immer wieder betreibt, dann doch einen Nutzen hat.

Alexander Bertram, Polizei Leipzig

Allein im letzten Jahr verzeichnete Leipzig rund 12.000 Straftaten.

Weißer Ring bietet Hilfe

Der Weiße Ring ist eine Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer. Die Arbeit und Betreuung der Opfer ist vielfältig. So gibt es zum Beispiel psychologische Hilfe  oder auch materilelle Unterstützung. Geert Mackenroth ist der Landesvorsitzende des weißen Ringes. Er warnt vor sogenannten "rechtsfreien Räumen". Diese sind nur mit Polizeipräsenz zu vermeiden.

Die Gesetze haben nur Empfehlungscharakter, das kanns nicht sein, sondern der Rechtsstaat verlangt eben auch, dass die Gesetze eingehalten und vor allen Dingen auch durchgesetzt werden.

Geert Mackenroth, Landesvorsitzender "Weißer Ring"

Weitere Informationen hören Sie im Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Linus-Benedikt Zosel:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteur Linus Benedikt Zosel.
 

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Der bundesweit tätige Opferhilfeverein Weißer Ring hilft Menschen, die Opfer von Kriminalität und Gewalt geworden sind. Betroffene können sich auch an das sächsische Landesbüro wenden.