Hooligans in Lille

Krawalle vor Deutschland-Ukraine-Spiel

Im Vorfeld des deutschen Auftaktspiels in der Fußball-Europameisterschaft 2016 kam es in Lille zu Krawallen und Angriffen seitens deutscher Hooligans. Der Hitlergruß wurde gezeigt, Stühle und Tische flogen vor den Straßencafés.
Noch vor dem Deutschland-Ukraine-Spiel kam es in Lille zu Ausschreitungen

Während 20.000 deutsche Fußballfans sich in Frankreich friedlich auf das erste Deutschland-Spiel der EM 2016 freuten, randalierten im Stadtzentrum teils rechtsextreme Hooligans. Rund 50 von ihnen griffen dabei laut Michael Gabriel von der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) ukrainische Fans und Passanten an. Schon zuvor hatten sie laut Augenzeugenberichten rechtsradikale Parolen gerufen, den Hitlergruß gezeigt und eine Reichskriegsflagge aufgehängt. Bei den Angriffen trugen sie Fan-Trikots von Dynamo Dresden und Lok Leipzig, ihre tatsächliche Herkunft aus dem Freistaat könne jedoch noch nicht bestätigt werden. 

Zuvor sehr friedliche Atmosphäre 

Die Situation eskalierte, als vor den Straßencafés Flaschen, Stühle und Rauchbomben flogen. Auf Fans und Passanten wurde außerdem eingeschlagen und - getreten. Hier kamen auch Personen zu Schaden, die nichts mit dem Deutschland-Ukraine-Spiel zu tun hatten und während der Angriffe versuchten, in eine Seitengasse zu flüchten. Den ganzen Tag schon hätten sich laut Gabriel eine Gruppe von rund 150 bis 200 offensichtlich Rechtsradikaler in der Stadt aufgehalten. Zuvor sei die Stimmung jedoch sehr friedlich und fußballfreundlich gewesen. Selbst auf dem Fanmarsch der deutschen Zuschauer von der Innenstadt zum Stade Pierre-Mauroy im Vorort Villeneuve d'Ascq habe es keinerlei Probleme gegeben. 

 

Reaktion der Polizei

Die deutschen Behörden hatten versucht, solche Vorfälle schon im Vorfeld zu verhindern: Bei verstärkten Kontrollen zum ersten Spiel der deutschen Fußballnationalelf bei der Europameisterschaft in Frankreich hat die Bundespolizei in der Grenzregion von Rheinland-Pfalz 21 Hooligans gestoppt. Vor Ort habe die Polizei jedoch sehr spät eingegriffen, meint Volker Goll, stellvertretender Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS).

Die UEFA wird nach den Auseinandersetzungen nicht gegen den DFB ermitteln. Dies bestätigte die Europäische Fußball-Union am Montag der Nachrichtenagentur dpa.

Redakteur Paul Schumacher berichtet über die Einzelheiten: 

Redakteur Paul Schumacher spricht über die Ausschreitungen in Lille
 

 

 

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